Im Herbst 2006 wurde die Petersburger Haus-Airline Pulkovo mit der "Rossija" fusioniert (Foto: ld/rufo)
Aktualisiert 06.08.2008 15:47
Abreise über Pulkovo-2
Mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren, ist kein Problem. Freischaffende Taxisten fordern allerdings mehr Geld als bei einer analog langen Fahrt im Stadtgebiet, da sie am Flughafen nicht auf Passagiere für die Rückfahrt warten können. Doch es gibt ja auch die Metro und Busse.
Man verläßt die Metro-Station Moskowskaja über die Rolltreppe in Fahrtrichtung (wenn man aus dem Stadtzentrum kommt), geht dann durch den Fußgängertunnel bis zum Ende und erklimmt die linke Treppe nach oben. Dort steht bereits eine 13er-Marschrutka bereit - oder sie sollte binnen 10 Minuten auftauchen.
Linie 3 oder 13 fahren nach Pulkovo-2
Der Linienbus Nr. 13 hält leider etwa 30 bis 40 Meter weiter stadtauswärts, so dass man ihn bei dessen Herannahen nur mit einem kleinen Spurt erreichen kann. Auch mit den hier vorbeikommenden Sammeltaxis der Linie 3 kommt man von hier nach Pulkovo-2 - sofern sie nicht vollbesetzt durchrauschen.
Versichern Sie sich beim Einsteigen bei Fahrer oder Mitfahrern aber noch einmal, dass Sie jetzt wirklich nach "Pulkowo dwa" fahren - und nicht etwa das Terminal Pulkovo-1 ansteuern.
Anderthalb Stunden Zeitreserve sollten reichen
Die Check-in-Schalter öffnen zwei Stunden und schließen 40 Minuten vor dem Abflug. Wer anderthalb Stunden vor Abflug am Flughafen eintrifft, hat noch immer genug Zeit, in Ruhe alle Kontrollen und Schalter zu durchschreiten und kann danach noch einen Kaffee trinken oder durch den Duty-Free-Shop ziehen.
Ausfuhr von Devisen bis 3000 Dollar frei
Falls man Bargeld im Gegenwert von weniger als 3.000 Dollar, keine Hirschgeweihe oder Bärenfelle oder sonstige verfängliche Gegenstände (siehe Ankunft und unten) und auch nicht mehr als die zulässigen 125 Gramm schwarzen Kaviar dabei hat, kann man sorgenlos den Weg durch den grünen Korridor wählen und braucht keine Zollerklärung ausfüllen.
Bargeldbeträge von über 3.000 bis zur erlaubten Barausfuhr-Höchstgrenze von 10.000 Dollar müssen in die Zollerklärung aufgenommen werden.
Kleiner Exkurs: Kunst und Antiquitäten
Kompliziert ist die Handhabung des Exports von Kunstwerken und Antiquariat: Übliche Souvenirs und kulturelle Massenprodukte können frei ausgeführt werden. „Kunstwerke, die älter als 100 Jahre sind und Gegenstände von besonderer kultureller Bedeutung unabhängig von ihrem Herstellungsdatum“ dürfen nicht ausgeführt werden. Ganz offensichtlich, dass „besondere kulturelle Bedeutung“ ein dehnbarer Begriff ist.
Wer verhindern möchte, dass das eben auf dem Künstlermarkt erworbene Bild oder das schöne alte Buch aus dem Antiquariat am Zoll zurück bleibt, muss sich deshalb zuvor bei der Petersburger Abteilung für den Erhalt von Kulturgütern des Kulturminsteriums (Malaja Morskaja 17, Te. 311 0302) ein Ausfuhrzertifikat beschaffen. Das kann allerdings den einen oder anderen Tag dauern. Nicht zur Ausfuhr freigegebene Gegenstände können den Vorschriften entsprechend entweder zurückbleibenden Begleiterpersonen übergeben werden oder werden gegen Quittung bis zu zwei Monate im Zolllager verwahrt. Damit dritte Personen das gute Stück dort in Empfang nehmen können, brauchen sie aber neben der Quittung nach allen Regeln der russischen Bürokratie auch noch eine Vollmacht. Wie diese wiederum auszusehen hat, erfragt man am besten beim Zoll in Pulkovo (Tel. 326 22 97).
Check-in und Passkontrollen wie überall
Nach glücklichem Passieren der Zollkontrolle (stichprobenartige Gepäckkontrollen auf der Suche nach Antiquariat, unzulässigen Kaviarmassen oder Bauplänen russischer Atomraketen können in der Tat vorkommen) erreicht man die Check-in-Schalter.
Anschließend geht es durch die Passkontrolle, danach durch die Sicherheitskontrolle von Personen und Handgepäck. Im Wartesaal befindet sich eine (teure) Bierbar, eine Café-Theke sowie ein Duty-Free-Shop. Dort lohnt sich allerdings - je nach Preisniveau im Heimatland - höchstens der Einkauf ausländischer Produkte: Russische Souvenirs und Wodka kosten hier zwei- bis dreimal mehr als in der Stadt!
Letzte Leibesvisitation
Letzte Hürde vor dem Einsteigen ist dann noch eine Sicherheitskontrolle, bei der auch die Schuhe ausgezogen werden müssen. Wie in der EU ist auch in Russland seit 2007 die Mitnahme von Flaschen und Flüssigkeiten im Handgepäck nur noch streng begrenzt (max. je 100 Milliliter) erlaubt.