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Kitschige Nackedeis gestern und heute in der Manege. (eva/.rufo)
Kitschige Nackedeis gestern und heute in der Manege. (eva/.rufo)
Freitag, 21.09.2007

Ausstellungstipp: Weinberg-Comicsboom-Aktfotografie

St. Petersburg. Das Nischenfestival „Comics-Boom“ zeigt an fünf Orten gezeichnete Geschichten. Im Skulpturenmuseum treibt der „Farben-Kobold“ Max Weinberg kreativen Unfug und in der Manege wird auf nackte Haut gelinst.

Der deutsch-israelische Künstler Max Weinberg ist lammfromm, nur seine Kunst ist wild: Farben und Formen vibrieren in seinen Bildern, die er wie ständige Skizzen ein, zwei oder mehrmals überarbeitet. Die Formulierung, seine Kunst sei kindisch, kann ihn nicht beleidigen - Weinberg ist ein Kind geblieben, trotz seiner achtzig Jahre.

Kontraste die schmerzen



Farbenkobold: Max Weinberg im Städtischen Skulpturenmuseum (Foto: eva/.rufo)
Farbenkobold: Max Weinberg im Städtischen Skulpturenmuseum (Foto: eva/.rufo)
Er betreibt ein Spiel an der Grenze der Normen, mit einem Hin und Her zwischen figürlicher und abstrakter Kunst und mit Farbkontrasten, die schmerzen. Malt Weinberg gegenständlich, so haben seine Figuren oft drei Beine, vier Brüste und beide Geschlechter. Noch dazu liebt er es, nicht nur die Wände, sondern auch gleich noch den Boden mit seiner Kunst zu belegen.

Max Weinberg wurde 1928 in Kassel in einer ostjüdischen Familie geboren, als er zehn Jahre alt war, floh er mit seinen Eltern und Geschwistern ins damalige Palästina. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er die Kunstakademie in Tel Aviv und kehrte Ende der Fünfzigerjahre wegen des Kriegs in Nahost nach Deutschland zurück.

Gastfreundschaft im „Künstlerhaus“



In seinem „Künstlerhaus" bei Frankfurt am Main lebt und arbeitet er und beherbergt befreundete Künstler - zu ihnen gehören Costa Bernstein, Zero Raiko Ishihara, Andrei Jaroshevich, Alexey Smigin, Martin Hakan Weigl, deren Arbeiten ebenfalls noch bis am 26. September im Skulpturenmuseum ausgestellt sind.

"Comics-Boom" - ein Nischenfestival



Noch bis zum 30. September wird an mehreren Orten in der Stadt das erste internationale Comic-Festival „Comics-Boom" durchgeführt. Prominente, wenn auch unerwartete Gäste sind die Mumintrolls der schwedisch-finnischen Autorin Tove Jansson (1914-2001). So weltbekannt ihre illustrierten Kinderbücher sind, so wenig weiß man über jene Mumin-Abenteuer, die Jansson als Cartoons für Zeitungen angefertigt hat.

Die friedliebenden Mumis im Wilden Westen. (Foto: eva./rufo)
Die friedliebenden Mumis im Wilden Westen. (Foto: eva./rufo)
1954, als Jansson bereits zwei Muminbücher publiziert hatte, erhielt sie von der englischen Zeitung "Evening News" den Auftrag, Comics anzufertigen. Bis 1959 führte sie diesen Auftrag aus und versorgte auch Zeitungen in anderen Ländern mit Mumin-Geschichten. Dann wollte sie sich mehr ihren Büchern zuwenden, und ihr jüngerer Bruder, Lars, der ihr bis dahin assistiert und die Geschichten ins Englische übersetzt hatte, diesen Job. Einen Teil der lustigen und unbekannten Abenteuer ist nun zusammen mit einer Sammlung von Mumin-Accessoires im Kaufhaus Gostiny Dwor (1. Etage) ausgestellt.

Achtung: Regenschirm und Taschenlampe mitnehmen



Das Hotel „Helvetia Suites" (Marata 11) zeigt in seinem Innenhof eine Ausstellung über Comics in der Schweiz. Neben der Geschichte der ersten Schweizer Comics-Helden, werden darin die wichtige Rolle der französischen Schweiz und die zeitgenössische Comics-Szene beleuchtet. Leider verliert diese gut illustrierte und solide konzipierte Schau viel durch den reichlich improvisierten Ausstellungsort an der frischen Luft. Für einen Besuch sollte man nicht nur den Regenschirm, sondern auch eine Taschenlampe mitnehmen, um die Transparente im dunklen Hofeingang betrachten zu können.

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• St. Petersburger Manege –Tradition und Innovation (03.08.2007)
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Auch die Ausstellung im Französischen Institut (Moika 20), wo die besten Wettbewerbsarbeiten des Moskauer Festivals "Kom- Missia“ zu sehen sind, findet in der Nische statt. Hauptereignis ist das Festival im Dostojewski-Museum (Kusnetschni Per. 5/2), wo Manga-Figuren ihre Version von "Schuld und Sühne erzählen, und im Achmatowa-Museum, wo Meisterkurse, Performances und Filmvorführungen abgehalten werden (Fontanka 34, Eingang vom Liteini Pr. 53).

Aktfotografie zwischen Kunst und Kitsch



Der Manege-Ausstellungssaal hat eine umfangreiche Ausstellung der Aktfotografie gewidmet – „Eros - Zeiten und Gestalten". Bis am 27. September sind Fotografien internationaler Autorinnen und Autoren von der Wende zum 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart zu sehen. Schon in den frühen Jahren der Aktfotografie lagen edle Aktstudien und kitschige Nacktbilder nicht weit von einander entfernt - beides wurde von der Gesellschaft verdrängt.

Daran änderte auch die Oktoberrevolution nichts, so wurde einer der Hauptvertreter dieses Genres Alexander Grinberg 1939 wegen „Verbreitung von Pornografie" verurteilt. Neben seinen Werken sind Fotografien von Maxim Dmitrew und Swischtschow-Paola zu sehen.

Stereotypen und Schwarzweiß



Obwohl sich die Gesellschaft seither gewandelt hat, fällt der Kontrast zu den zeitgenössischen Werken weniger stark aus als man erwarten könnte. Wie damals verbinden die meisten Fotografinnen und Fotografen den menschlichen Körper mit einem stereotypen Vorstellung von Schönheit und Harmonie. Nur wenige, von ihnen finden zu einer anderen Ästhetik, so zum Beispiel Alexander Kitajew, dessen Modelle als feine, abstrakte Schattengestalten mit dem Licht zu verschmelzen scheinen.

Eher ein Fluch als ein Segen sind die neuen technischen Möglichkeiten, die sich in Form von platten Bildmontagen und Glanz- und Glimmereffekten äußern - beispielsweise in den Arbeiten des Italieners Eugenio Molinari. Geradezu wohltuend heben sich die nüchternen Schwarzweiß-Arbeiten des griechischen "Fotozirkels"ab, dem neben Profis auch eine Reihe von Amateuren angehört. Statt der ewig gleichen Nackedei-Bildchen werden hier Nacktheit und Körpergefühl mit einer schlichten Bildsprache umgesetzt.

(eva/.rufo)


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