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Leidenschaft Schmetterlinge: Im Nabokowmuseum ist ein Teil der grossen Sammlung des Autors zu sehen. (Foto: Eugen von Arb)
Leidenschaft Schmetterlinge: Im Nabokowmuseum ist ein Teil der grossen Sammlung des Autors zu sehen. (Foto: Eugen von Arb)

Weltliteratur aus der Feder unterdrückter Autoren

Obschon die russische Literatur und Poesie sowohl im 19. wie auch im 20. Jahrhundert Weltruhm erlangte, hatten ihre Autoren fast durchgehend mit Armut und Repression durch die zaristische oder sowjetische Obrigkeit zu kämpfen.

Die meisten Biografien sind deshalb durch Überwachung, Repression, lange Jahre in Gefängnissen und Lagern oder das Leben in der Emigration geprägt. Entsprechend sind auch viele Werke, die heute selbstverständlich zur Weltliteratur gehören, zum ersten Mal heimlich, im Selbstverlag (“Samisdat“), im Ausland oder erst Jahrzehnte nach der Entstehung an die Öffentlichkeit gelangt.

Wie viele russische Künstler arbeitete auch der adlige Lyriker und Schriftsteller Alexander Puschkin (1799-1837) zuerst als Staatsdiener. Der Romantiker gilt als Begründer der russischen Literatur, und seine lyrischen Werke, darunter der Versroman „Ewgenij Onegin“ und das erste realistische Geschichtsdrama „Boris Godunow“ gehören noch heute zum Standardrepertoire.

Seine Gedichte werden gerne an Festen und in Reden zitiert. Mit seinen Übersetzungen, Sammlungen von Märchen und Lieder und Forschungen zur Volkskultur legte er wichtige Grundsteine der neueren russischen Kultur. In seinem Haus am Moika-Fluss, wo er 1837 nach einem Duell starb, ist heute ein Museum untergebracht.

Petersburg als Bühne sozialkritischer Werke

Der Ukrainer Nikolai Gogol (1809-52), wurde bekannt durch seine Satire, wie das Bühnenwerk „Der Revisor“, der 1836 in Petersburg uraufgeführt wurde, sowie seine Erzählungen „Der Mantel“ und „Die Nase“. Isoliert und von Depressionen geplagt, vollendete er kurz vor seinem Tod sein letztes Hauptwerk „Die toten Seelen“.

Wie bei Gogol spielt auch bei Fjodor Dostojewskij (1821-81) die Stadt Petersburg bei einem Teil seines Werks als Bühne eine wichtige Rolle. Dostojewskij, der neben Tolstoi als großer Meister des psychologischen Romans gilt und dessen sozialkritische Sicht für die Weltliteratur von bahnbrechender Bedeutung ist, musste zeitweise aus Russland in die Emigration flüchten und war der Spielsucht verfallen.

Seine fünf bekanntesten Romane »Verbrechen und Strafe« (1866), »Der Idiot« (1868/69), »Die Dämonen« (1871/72), »Der Jüngling« (1875) und »Die Brüder Karamasow« (1879/80) verfaßte er innerhalb von nur 14 Jahren.

Ausgewandert und ausgewiesen

Wie auf allen Gebieten der Kunst war auch in der Literatur die Zeit beschränkter Freiheit nach der Oktoberrevolution nur von kurzer Dauer, bevor auch sie dem eisernen Diktat des „Sozialistischen Realismus“unterworfen wurde. Der symbolistische Dichter Alexander Blok (1880-1921) und sein Zeitgenosse Andrej Bjelyj (1880-1934), der mit seinem Revolutionsroman „Petersburg“ der Stadt ein Denkmal setzte, gehörten der Künstlergeneration am Übergang vom Zarenreich zum Sozialismus an.
Wer sich nicht bereits nach der Oktoberrevolution ins Ausland absetzte, wie etwa der Petersburger Wladimir Nabokow (1899 – 1977), floh später vor der Repression oder ging in die innere Emigration. Anna Achmatowa (1889-1966), die mit ihrer Familie die ganze Härte des Stalinismus zu spüren bekam und lange Schreibverbot erhielt, gehört zusammen mit Josef Brodsky (1940-96), der 1972 in die USA ausgewiesen wurde, zu den bekanntesten Lyrikern der Sowjetzeit.

(eva/.rufo)


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Auf einem Relief im Giebel der Petersburger Isaakskathedrale hat sich der Baumeister des Gotteshauses selbst verewigt: Herr Montferrand hält sein monumentales Werk zärtlich im Arm. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)



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