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Ladoga-Strand (foto: ug/.rufo)
Ladoga-Strand (foto: ug/.rufo)

Ladogasee: Süßwasser bis zum Horizont

(ug) Von Industrie- und anderen Abfällen arg in Mitleidenschaft gezogen, ist die Newa und der Finnische Meerbusen nur sehr bedingt als Badegewässer geeignet. Wie gut, dass Petersburg über ein ausgedehntes, weitgehend unverbautes und deshalb sauberes Hinterland verfügt. Und ein wesentlicher Teil davon ist wiederum Wasser: Der Ladoga ist der größte See Europas und lockt Sommer für Sommer die Großstädter an.

Wie hinkommen?
Lage: ca. 50 km östlich von St. Petersburg
Anfahrt per Bahn: Vom Finnischen Bahnhof (nächste Metro: Pl. Lenina) verkehren täglich drei Züge zur Station Ladoschkoje Osero. Fahrtzeit 1,5 h, Fahrkarte ca. 2 $
Anfahrt per Auto: Über Wsewoloshsk und Rachja zum Dorf Kokorewo am Seeufer, Fahrtzeit ca. 1 h. Dort geht es am Denkmal links zum Museum und zur Bahnstation, nach rechts kommen nach einigen Kilometern wunderschöne Strände mit Kiefernwald.
Gemütlich ruckelt die Elektritschka an Kolchosfeldern und Birkenwäldern vorbei, wo einst die Slawen und Waräger auf Bärenjagd und Beerensuche gingen. Heute ist es hier mit der Lebensmittelversorgung einfacher: An der Endstation angekommen, sollte man sich gleich im Dorfladen mit Proviant eindecken, wenn denn noch nicht alles ausverkauft ist. Bier und Eis sollten aber immer ausreichend vorhanden sein. Der Weg zum Strand führt die staubige Dorfstraße entlang; vom Steilufer aus bietet sich ein schöner Ausblick über die spiegelglatte Wasserfläche bis zum Horizont: Das gegenüberliegende Ufer ist 120 Kilometer entfernt!

In dem Gewusel von Hunden, Kindern und Badetüchern findet sich immer ein Plätzchen, wenn auch der Ort besonders an Wochenenden mehr als gut besucht ist. Das Wasser ist sauber und zumindest im Hochsommer nicht zu kalt.

Lok als Blockade-Denkmal am Ladoga (foto: ug/.rufo)
Lok als Blockade-Denkmal am Ladoga (foto: ug/.rufo)
Vor 60 Jahren war diese Gegend heiß umkämpft. Das Schicksal Leningrads hing an einem seidenem Faden names „Straße des Lebens“. Die einzige Möglichkeit, die belagerte Stadt mit Waffen, Heizmaterial und Lebensmitteln zu versorgen, war der Warentransport über den See – winters mit Lastwagen übers Eis, sommers auf dem Wasserweg. Verständlich, dass Leningrad gestorben wäre, wenn es den Angreifern gelungen wäre, diese letzte Verbindung zur Außenwelt zu kappen.

Museum „Straße des Lebens“
Geöffnet: Mi bis So 10-17 Uhr
Adresse: Doroga Schisni, Kilometer 47, 500 m rechts des Badestrandes
Eintritt: ca. 1 $
Weltgeschichte und Lokalgeschichte fallen hier also zusammen, das „Museum der Straße des Lebens“ bietet allen Interessierten einen Einblick. Etwas weiter die Uferstraße entlang, bei Kilometer 40, steht ein großes Denkmal für die Opfer und Helden der „Straße des Lebens“.
(ug/.rufo)

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Eine Hommage an den russischen Winter: Eiskerzen auf dem zugefrorenen Krjukow-Kanal in St. Petersburg. (Topfoto: Wassiljewa/.rufo)

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