Pawlowsk: Viel Grün, viel Landschaft - doch das alles ist geplante Gartenkunst (Foto: ld/,rufo)
Pawlowsk: Russische Weite im ParkmaЯstab
Pawlowsk ist eine eher bescheidene Zarenresidenz mit einem dafür um so schöneren Park - und deshalb Ausflugsziel der abgasgeplagten Städter, die je nach Jahreszeit zum Flanieren, Pilzesammeln, Schlitten- oder Skifahren hierher kommen.
Schloss und Park Pawlowsk
Öffnungszeiten des Palastes: 10 - 18 Uhr (im Winterhalbjahr freitags geschlossen) Anreise: Elektritschka ab Witebsker Bahnhof (Metro Puschkinskaja) oder Metro Kuptschino bis Pawlowsk (etwa 40 Minuten Fahrt). Der Fußweg durch den Park zum Palast dauert etwa 30 Minuten. Eintritt in den Palast: 370 Rubel Eintritt in den Park: 100 Rubel
Kein Bernsteinzimmer und keine spektakulären Fontänen locken hier, dafür aber an lauen Sommerabenden ein Paradies für Liebespaare - und an kalten Wintertagen für schneesüchtige Kinder.
Die Anfahrt per Bahn - ein echter Ausflugs-Klassiker
Der Eingang zum Park von Pawlowsk befindet sich direkt gegenüber dem gleichnamigen Bahnhof. Der war einst Endstation der 1837 eröffneten ersten Eisenbahnlinie Russlands. Für die aus der Hauptstadt anreisende vergnügungssüchtige noble Gesellschaft baute man an der Station einen Konzertsaal, in dem später auch Richard Strauss seine Walzer dirigierte. Das ganze nannte man "Woksal" (nach der ähnlichen Londoner Station Vauxhall) - wobei dieses wort inzwischen im Russischen allgemein "Bahnhof" bedeutet.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen: Er wurde während des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört und ist seitdem verstummt.
Ein Landschaftspark der feinen englischen Art
Den Weg zum Zarenpalast, früher von edlen Gespannen befahren, muss man heute zu Fuß zurücklegen. Nehmen Sie sich Zeit, um abseits des Hauptweges den riesigen Park zu erkunden - es lohnt sich!
Katharina II. schenkte das nur vier Kilometer von Zarskoje Selo gelegene Areal an den Ufern der Slawjanka ihrem Sohn Pawel I. Nach dem Vorbild englischer Gärten schufen die Architekten Charles Cameron (1782-86) und Pietro Gonganza (1803-1828) auf einer Fläche von über 600 Hektar eine scheinbar unberührte Naturlandschaft und damit den bis heute größten Landschaftspark Europas: viel Wald, Hügel, kleine Seen und Bäche.
Das Schloss von Pawlowsk, davor ein Denkmal des Namensgebers Pawel I. (Foto: ld/.rufo)
Der eher bescheidene Palast ist kein Muss
Dazwischen gibt es Pavillons, Kolonnaden, kleine Tempel, eine Windmühle und sogar künstliche Ruinen - und schließlich auf einer Anhöhe den von Cameron entworfenen hufeisenförmigen Hauptpalast in klassizistischem Stil.
Seine Besichtigung kann man durchaus nur als Option für eine Wetterverschlechterung vorhalten: Das vergleichsweise bescheidene Innere des Palastes kann mit den anderen großen Zarenschlössern nicht mithalten.
So sehr der Park von Pawlowsk besonders an Feiertagen von Russen bevölkert ist - von ausländischen Touristenmassen blieb die Zarenresidenz bisher verschont.
Auf einem Relief im Giebel der Petersburger Isaakskathedrale hat sich der Baumeister des Gotteshauses selbst verewigt: Herr Montferrand hält sein monumentales Werk zärtlich im Arm. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)