Montag, 20.05.2002

Der eherne Reiter

Petersburgs Stadtgründer auf seinem edlen Rosse... (Foto: ld/.rufo)
Das berühmte Denkmal für Peter I., den Gründer von St. Petersburg, ist ein Pilgerort für Touristen und Hochzeitsgesellschaften. Für gerade dem Standesamt entsprungene Brautpaare ist es eine fast heilige Pflicht, am Fuße des Denkmals auf dem Senatsplatz einen Blumenstrauß abzulegen.
Denn der Stadtvater muss die Ehe erst sanktionieren, sonst steht das Glück auf wackeligem Boden…

Der mit einer herrischen Geste seines Arms gen Nordwest weisende Kaiser und sein hoch aufgebäumtes Ross scheinen in ihrer vorwärts drängenden Dynamik nur eine Sekunde auf dem wie eine Woge aus dem Meer aufstrebenden Granitblock zum Stillstand gekommen zu sein.

Vielleicht nur, um sich gleich über die vor ihnen gelegene Newa zu schwingen und der Welt zu künden, dass Russland mit der jungen Stadt ein Fenster nach Europa aufgeschlagen hat, durch das nun mächtig frischer Wind zirkulieren wird.

Katharina II. ließ ihrem Amtsvorgänger Peter I., den sie brennend verehrte und als dessen geistige Erbin sie sich sah, 1782 dieses Denkmal setzen, ein Meisterwerk des französischen Bildhauers Maurice Etienne Falconet.

Wahren Ruhm erlangte das Monument jedoch erst, als Russlands Nationaldichter Alexander Puschkin es 1833 zum Haupthelden eines Poems machte, dessen Titel „Der Eherne Reiter“ dann auch zum Namen für das Denkmal wurde.