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Denkmal für die Verteidiger Leningrad am Petersburger Siegesplatz. Foto: ld/.rufo
Denkmal für die Verteidiger Leningrad am Petersburger Siegesplatz. Foto: ld/.rufo

Denkmal für die Verteidiger Leningrads

Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 wurde Leningrad von der deutschen Wehrmacht belagert. 900 lange Tage und Nächte leistete die Stadt erbitterten Widerstand.

Nach dem Willen Hitlers sollte Leningrad zur Kapitulation gezwungen werden und daraufhin für immer von der Landkarte verschwinden. Das im Jahr 1975 eingeweihte „Denkmal für die Verteidiger Leningrads“ zeugt von einem der grausamsten Kapitel der Weltgeschichte.

Der fast 50 Meter hohe Granitobelisk der Gedenkstätte bestimmt den ersten Eindruck, den viele Touristen von St. Petersburg bekommen, und auch den letzten, den sie am Ende mit nach Hause nehmen. Denn der „Platz des Sieges“, in dessen Zentrum sich das Monument befindet, liegt inmitten der achtspurigen Achse vom Flughafen in die Innenstadt. Einzig diese exponierte Stelle schien den Petersburgern angemessen, um an die einstigen Verteidiger ihrer Heimatstadt zu erinnern.

Die Erinnerung ist wach

Über eine Million Menschen besuchen jährlich das Blockade-Denkmal. Nicht nur Touristen, auch viele Russen, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern oder einfach einen Familienausflug machen. Für die Petersburger, egal welchen Alters, hat das Denkmal große Bedeutung.

Die Koordinaten
Adresse: Siegesplatz, am Ende des Moskowski Prospekt
nächste Metro: Moskowskaja
Geöffnet: täglich 11-18 Uhr
Ruhetag: Mi, letzter Di des Monats
Eintritt: frei
„An den Wochenenden kommen oft Dutzende frisch vermählter Brautpaare hierher um einen Kranz oder Blumen abzulegen. Das freut mich immer wieder. Gerade an solchen Glückstagen sollte man der Helden von damals gedenken“, erzählt eine ältere Aufseherin. Sie kam gerade zur Schule, als die Blockade begann.

Der an einer Seite durchbrochene, stählerne Ring des Denkmals symbolisiert das Ende der Blockade im Januar 1944. Im Inneren des Kreises flackern ewige Feuer, die sanft von klassischer Musik umspielt werden. Frauen und Kinder zurücklassend, stürmen schwer bewaffnete gusseiserne Kämpfer aus dem Loch im Belagerungsring. Zum Kampf entschlossen marschieren sie in Richtung Flughafen, durch dessen Areal damals die Front verlief.

Ergreifende Stille unter der Erde

Zu Füßen des Obelisken befindet sich eine unterirdische Gedenkhalle. An ihren Wänden glimmen 900 kleine Lichter, für jeden Blockadetag eines. In mehreren Glasvitrinen werden militärische Ausrüstungsstücke und andere Gegenstände der Kriegsjahre gezeigt.

Die andächtige Stille des Raumes wird nur durch das unaufhörliche Ticken eines Metronoms durchbrochen. Es steht sinnbildlich für den unerschütterlichen Puls der Stadt und wurde während der Jahre der Blockade von Leningradern Radiosendern übertragen. Vom großen Leid der Stadtbewohner während des Krieges erzählt ein Schwarzweißfilm. Man sieht die Petersburger Innenstadt, über deren Straßen und Plätze man noch kurze Zeit zuvor flanierte, im tödlichen Bombenhagel der deutschen Luftwaffe. Ein schwer zu ertragender Anblick.

Ein Tipp: Südöstlich des Denkmals befindet sich ein weitläufiger Park mit mehreren neu errichteten Kapellen. Genau das Richtige, um nach der emotional sehr ergreifenden Besichtigung ein wenig zur Ruhe zu kommen. (hw/.rufo)

Aktualisiert im August 2008.

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