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Erste Schritte auf historischem Boden

St. Petersburg. Sie sind zum ersten hier? Neid, Neid ... Denn nichts ist schöner und wertvoller als der erste Eindruck, der erste Augenblick des Kennenlernens, der Bekanntschaft mit einem unbekannten Ort.

Ist es dazu noch eine Stadt wie St. Petersburg, steht einem interessanten und fruchtbringenden Aufenthalt nichts mehr im Wege. Dürfen wir Sie an die Hand nehmen – und Ihnen dabei ein bisschen was erzählen?

Vor allem und zuallererst an die Newa

Unser Tipp: Gehen Sie gleich am ersten Tag an die Newa – an die Landspitze der Wassili-Insel ( Strelka) oder den Strand der Peter-Pauls-Festung, oder (Geheimtipp für Kenner!) stellen Sie sich auf die Troizki-Brücke und lassen das Wasserpanorama mit der „Skyline von St. Petersburg“ – die geraden, horizontal aufeinander aufbauenden Linien des Wassers, der Uferbegrenzung, der Häuser und Paläste an den Uferstraßen und des nordischen Himmels – auf sich einwirken.

Es ist ein ungewöhnlicher Ort, an dem sie nun sind. Nur etwas mehr als 300 Jahre ist St. Petersburg alt. Und doch hat es schon alle Höhen und Tiefen der Geschichte erlebt, für die andere Orte das drei- bis fünffache dieser Zeit benötigen und dennoch nicht auch nur annähernd die Rasanz und Brisanz des „Wehens des Mantels der Geschichte“ erleben konnten, wie es Petersburg zuteil geworden ist.

Glänzende Metropole im alten Europa

In Petersburg ist in diesem Sinne alles außergewöhnlich: Gegründet wurde es 1703 auf Befehl des visionären Zaren Peter I., der von Russlands Zugang zum Meer und seinem Anknüpfen an Europa träumte; erdacht auf dem Reißbrett, wurde es auf sumpfigem, waldigem und wässrigem Grund erbaut, ungeliebt und unverstanden im Moskowiterreich des frühen 18. Jahrhunderts.

Schließlich war es die glänzende Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches, eine anerkannte europäische Metropole im 19. Jahrhundert, gleichauf mit Paris, London, Wien und Berlin. Eine ungeahnte kulturelle und wirtschaftliche Blüte kennzeichnete den Beginn des 20. Jahrhunderts, aber auch tiefgehende gesellschaftliche Konfrontationen waren an der Tagesordnung, die dann in die Revolutionen von 1905 und 1917 mündeten, die schließlich dem „Petersburger Kaiserreich“ ein Ende setzten.

Auf dem Abstellgleis der Geschichte

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Lenin verlegte die Hauptstadt 1918 zurück nach Moskau. Petersburg, längst seines Ursprungsnamens verlustig gegangen, wurde 1924 aus Petrograd zu Leningrad und verwandelte sich in eine riesige Provinzstadt.

Seines Status und seiner Vorbestimmung als „Fenster nach Europa“ beraubt, sank es herab zu einer grauen Proletarierstadt mit den Erinnerungen an „einstigen Glanz und Gloria“. Die 900 Tage währende Belagerung durch die Truppen der deutschen Wehrmacht im II. Weltkrieg versetzten der Stadt einen nahezu vernichtenden Schlag. Und doch...

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Und doch lebte sie weiter. Durch Chruschtschowschs „Tauwetter“, Breschnews „Stagnation“ und Gorbatschows „Perestroika“ bewahrte sie ihr Gesicht und ihre Würde. Und schließlich bekam die Stadt am 6. September 1991 ihren angestammten Namen zurück.

Heute bemüht man sich um die Anknüpfung an die einstige Bedeutung, doch das sowjetische Erbe trägt schwer. Die Stadt befindet sich, wie ganz Russland, im Umbruch, der von tiefgehenden sozialen Prozessen und Umwandlungen begleitet wird und der Bevölkerung oft schwere Probleme beschert. Die Tendenz geht allerdings nach oben – der Wohlstand nimmt zu, die Wirtschaft beginnt zu florieren.

Ein architektonisches Wunder

Das, was wir an Petersburg heute so bewundern, ist die einzigartige Harmonie der Architektur – dieses einheitliche Ensemble von Barock, Klassizismus, Eklektik und Jugendstil; und das alles in einer ungeahnten Kombination mit dem allzeit gegenwärtigen Wasser.

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Keine andere Stadt in der Welt besitzt eine derart intakte historische Innenstadt ähnlichen Ausmaßes wie St. Petersburg. Und keine Stadt hat solche Probleme, diesen Reichtum zu erhalten. Es bröckelt und rieselt an allen Ecken und Enden. Die UNESCO hat Petersburgs Innenstadt zum Weltkulturerbe erklärt, und zum Stadtjubiläum 2003 ist viel restauriert worden, aber es ist immer noch zu wenig. Es müsste so viel getan werden, und für alles reicht das Geld nicht.

Zurzeit ist die Diskussion um die Zukunft des architektonischen Erbes der Stadt entbrannt. Der wirtschaftliche Aufschwung dringt in die Stadt ein und bedroht allzu oft die historische Substanz der Stadt. Wie Petersburg mit seinem Erbe und seiner Moderne umgeht, gehört zu den brisantesten Fragen der Gegenwart.

Gehen Sie so viel wie möglich zu Fuß

Wagen Sie sich unbedingt auch mal weg vom Newski Prospekt – einfach durch einen Torbogen oder eine Nebenstraße, und Sie werden ein anderes, „ungeschminktes“ Petersburg erleben. Gehen Sie die Fontanka, die Moika, die Newa und die Kanäle entlang.

Sie werden malerische Ecken finden, Ruhe inmitten der hektischen Großstadt. Und fahren Sie auch in die Umgebung – in die Vororte Peterhof, Puschkin, Pawlowsk, Gatschina und Oranienbaum mit ihren Zarenschlössern und großen Parkanlagen – oder auch an die Strände des Finnischen Meerbusens.

Und – KEINE ANGST!

Die so oft kolportierten Sätze von der „kriminellen Hauptstadt Russlands“ bedeuten für Ausländer nicht mehr als die übliche Vorsicht, die überall auf der Welt angesagt ist. Also: Das Geld und die Papiere nicht aus der Tasche hängen lassen, keine nächtlichen Bekanntschaften „an dunklen Ecken“ usw.

Als Ausländer ist man in Petersburg willkommen, und es kann Ihnen auch passieren, dass Sie bei der Frage nach dem Weg zur Eremitage oder ins „Haus des Buches“ bis vor die Tür desselben begleitet werden. Ungeachtet der oft nach außen gezeigten Ruppigkeit sind die Petersburger sehr zuvorkommend und freundlich, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt.

Neid, Neid – wie gesagt. Wir wünschen Ihnen, dass Petersburg als unauslöschliches Erlebnis in Ihrem Gedächtnis bleibt und Sie sich später immer wieder danach sehnen werden, noch einmal diese Straßen und Wasser entlangzulaufen. Denn – EINE WARNUNG – Petersburg ist ein Virus. Empfängliche Seelen wird es so tief infizieren, dass sie immer wieder hierher kommen müssen und diese Stadt niemals vergessen werden.

Aktualisiert im September 2011


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