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Im Innern des U-Boots D2 Narodowolez. Foto: Burdack/SPZ
Im Innern des U-Boots D2 Narodowolez. Foto: Burdack/SPZ

Museums-U-Boot D2 „Narodowolez“

St. Petersburg. Kaum ein Kapitel des II. Weltkrieges ist so mystifiziert wie der U-Boot-Krieg zur See. Ein Stück dieser Geschichte ist auf der Wassili-Insel als Original greifbar: im Museums-U-Boot D2 „Narodowolez“.

Der Besuch des original wiederhergestellten U-Boots ist ein Erlebnis. Durchquert man seine sieben Rumpfsektionen vom Heck bis zum Bug, begegnet man einer ausführlichen Dokumentation der sowjetischen U-Boot-Geschichte.

Und man erfährt auch etwas über die Besatzungsmitglieder – von denen die D2 bei Vollbesatzung übrigens 53 hatte: zehn Offiziere, 15 Unteroffiziere und 28 Matrosen. Auf 76 Metern Länge mussten diese lange Zeit auf engstem Raum miteinander leben. Für Seefahrerromantik blieb in der Röhre wenig Platz.

An Bord sind Motoren aus Deutschland

Der Buchstabe D im Namen des Schiffs steht für „Dekabrist“, womit nicht nur die Teilnehmer des gescheiterten Putsches gegen Zar Nikolaus I. im Dezember 1825 bezeichnet werden, sondern auch die erste Baureihe sowjetischer U-Boote. Mit dem Bau wurde 1927 nach einem Beschluss des Obersten Sowjets in der Marinewerft 189 („Baltische Fabrik“) in Leningrad begonnen.

Technisches Know-how kam dabei übrigens auch aus Deutschland – die Dieselmotoren baute die Firma MAN in Mannheim. Von ursprünglich zwölf geplanten U-Booten der Dekabristen-Klasse wurde allerdings nur die Hälfte verwirklicht, D4 bis D6 in den Werften von Nikolajew am Schwarzen Meer, wo sie auch zum Einsatz kamen.

D2 wurde am 19. Mai 1929 zu Wasser gelassen, auf den Namen „Narodowolez“ getauft und trat ab 1933 seinen Dienst in der Nordmeerflotte an. Von 1934 bis 1935 erschloss es eine Passage zur Insel Nowaja Semlja und fand 1936 zusammen mit D1 einen Unterwasserweg durch die Meerenge zwischen Barentssee und Karischem Meer am nordöstlichsten Ende Europas.

Alle Details an Bord sind originalgetreu erhalten und rekonstruiert. Foto: Burdack/SPZ
Alle Details an Bord sind originalgetreu erhalten und rekonstruiert. Foto: Burdack/SPZ
1939 wurde es, wiederum in Leningrad, modernisiert und 1941 mit dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg zum Dienst in die Baltische Flotte einberufen. Unter Kapitän R.V. Lindenberg, ging D2 auf insgesamt vier Kampfeinsätze. Für seinen ersten Einsatz musste es zuerst einmal, wie alle in Leningrad stationierten U-Boote, die von den Deutschen errichteten Minensperren an der finnisch-russischen Grenze passieren.

Mit fünf weiteren U-Booten startete es den als „Dritte Welle“ bezeichneten Ausbruchsversuch durch einen maritimen Belagerungswall von 15.000 Seeminen, mehreren Kreuzern und U-Booten sowie großen Fangnetzen.

Unter Wasser dem Feind ins Netz gegangen



Die Koordinaten
Adresse: Schkiperski Protok 10, neben der Messe „LenExpo“
Nächste Metro: Primorskaja, weiter mit Bus 7, 128
Geöffnet: täglich 10 bis 18 Uhr außer Mo, Di und dem letzten Do im Monat
Eintritt: 300 Rubel
Am 24. September 1942 ging D2 dann tatsächlich ins Netz. Lindenberg erkannte die missliche Lage und konnte das Boot nur retten, indem er es sofort auf Grund sinken ließ, bis zur Abenddämmerung wartete und dann nach einem Notauftauchen das Schiff vom Netz befreite. Planmäßig patrouillierte D2 danach zwischen Rixhöft und Bornholm in der Ostsee.

Im Internet
• Webseite des U-Boots Narodowolez

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Am 14. Oktober sichtete Lindenberg vor Bornholm den Kreuzer „Jacobus Fritzen“. Um 10:44 Uhr verfehlte der erste Torpedo sein Ziel. Der zweite Torpedo am Nachmittag um 16:33 Uhr traf – und der Kreuzer sank. Am 19. Oktober gelang Lindenberg ein weiterer Erfolg – die Versenkung der Fähren „Konung Gustav V“ und „Deutschland“.

Das Schiff, das die „Deutschland“ versenkte


Mit der „Deutschland“ sanken nicht nur hunderte Tonnen von Eisenbahnschienen, sondern auch 900 Menschen fanden den Tod – einer davon war der norwegische Premierminister Lunde, der als Kopf des nach dem Einmarsch der Nazis in Norwegen installierten Regimes gerade von einem Treffen mit Hitler im Deutschen Reich kam.

Bauchschmerzen bereitet allerdings die hier übliche Bezeichnung der Opfer. Sie führt zu einem kontroversen Kapitel der russischen Geschichte – der Kriegs-Memoria. Die 900 Opfer der „Deutschland“ werden lapidar als Hitler-Leute („Gitlerowzy“) bezeichnet.

So verhält es sich auch im Falle des noch immer als Kriegsheld gefeierten U-Boot-Kommandanten A. I. Marinesko, der nach fast allen russischen Quellen auch durchwegs nur „Gitlerowzy“ tötete – auch als er als Kommandant von S13 am 30. Januar 1945 das Passagierschiff „Wilhelm Gustloff“ versenkte.

Bei Russland-Aktuell
• Neues Atom-U-Boot: Stapellauf nach zwölf Jahren Bau (13.02.2008)
• Geburtstag des Gustloff-Versenkers Marinesko (15.01.2007)
• U-Boot Museum taucht in Moskau auf (28.07.2006)
• Gustloff: U-Boot Kapitän bis heute ein Kriegsheld (31.01.2005)
• Kursk II: Wieder U-Boot-Untergang in der Barentssee (30.08.2003)
Von den über 10.000 Todesopfern waren 1.500 Wehrmachtsoldaten und 8.800 Zivilisten – darunter viele Frauen und Kinder, die aus Ostpreußen fliehen wollten. Der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ gilt heute als größte Tragödie der Seegeschichte – Marinesko hingegen als Held der Sowjetunion. Auf den Infotafeln im D2-Museum ist zudem fälschlicherweise von 7.000 Soldaten die Rede, die Opfer von Marineskos „Heldentat“ wurden.

Gnadenbrot als Trainings-Objekt für Evakuierungen


Doch zurück zur D2: Sie wurde 1956 aus der Flotte ausgemustert und lag seither als Schulschiff in Kronstadt. Auf ihr probten Marinekadetten bis in die 80er Jahre das Verhalten im Brandfall, bei Wassereinbruch und die Evakuierung der Mannschaft.

1987 beschloss man, das U-Boot als Museumsobjekt zu restaurieren. Da es aber in einem erbärmlichen Zustand war, konnte es erst 1994 auf seinem heutigen Sockel neben den Messehallen von „LenExpo“ dem Publikum zugänglich gemacht werden. (Peter Burdack/SPZ)

Aktualisiert im August 2008

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