Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Startseite


Die Villa Rumjanzew in St. Petersburg. Foto: ld/.rufo
Die Villa Rumjanzew in St. Petersburg. Foto: ld/.rufo

Rumjanzew-Villa

Hat die Eremitage gerade Ruhetag? Regnet es in Strömen und der geplante Spaziergang fällt ins Wasser? Die Villa des Grafen Rumjanzew lädt ein, den Nachmittag gediegen zu verbringen.

Sei es eine Kunst-Schau, die Ausstellung über Petersburg in den 20er Jahren oder die bewegenden Ereignisse der Belagerung im Zweiten Weltkrieg – es wird einiges geboten, und das alles unter einem Dach.

Ein Liebhaber der Künste und Wissenschaften


Ein schönes Anwesen hat sich der Herr Rumjanzew am Ufer der Newa gebaut. Eine marmorne Paradetreppe, kleine Statuetten von pausbäckigen Engeln und gusseiserne Geländer lassen erahnen: Dem Hausherrn hats nicht an Kleingeld gemangelt.

Der Graf war ein begeisterter Sammler und umgab sich gerne mit Künstlern und Wissenschaftlern. So wurde schon zu Lebzeiten Rumjanzews die Grundlage für das heutige Museum gelegt.

Der erste Saal erzählt die Geschichte des Hauses, seine architektonischen Besonderheiten und auch über die wechselnden Bewohner. Des Weiteren sind im Hause auch befristete Kunstausstellungen anzutreffen.

Die Koordinaten
Adresse: Anglijskaja Nab. 44
Nächste Metro: Newski Prospekt
Trolleybus 5, 22
Geöffnet: Do bis Mo 11-17, Di 10-16, Mi und letzter Di im Monat Ruhetage

Eine zwischenkapitalistische Periode


Im Obergeschoss kann der Besucher die Austellung über die sogennante NEP-Periode betrachten (NEP = Neue Ökonomische Politik). Nach dem verheerenden Bürgerkrieg, der auf die Oktoberrevolution folgte, beschloss Lenin durch Zulassung gewisser marktwirtschaftlicher Freiheiten, das Land wieder aufzubauen. Die so gar nicht nach Kommunismus tönende Parole jener Epoche war Lenins Aufruf „Den Handel aufbauen, Steuern einziehen und den Rubel stärken.“

• Webseite des Rumjanzew-Museums

aktuell.RU ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.
Lenin hatte die NEP als Übergangslösung konzipiert, wie das Zitat „Aus dem Russland der NEP erwächst das Russland des Sozialismus.“ verdeutlicht. Nach Revolution und Kriegswirren war wieder Aufbau angesagt, die Sowjetunion erlebte 1921-1927 eine Periode des Aufschwungs sowie der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung.

Petersburg wuchs rasant, die Einwohnerzahl verdoppelte sich innerhalb von fünf Jahren. Die Kommunisten erlaubten Privatbesitz, Reklame und kapitalistische Wirtschaftsformen – was heute der „Bisnesmen“ ist, war in den Zwanzigerjahren der „Nepmen“. Auch der Kultur wird Aufmerksamkeit geschenkt. Die Petersburger eröffneten ganz und gar unsowjetische Kabaretts, Varietés und sogar „Intime Theater“ – die Stripshows der damaligen Zeit. Untermalt wird das ganze durch aus dem Lautsprecher plätschernde Songs und Arien.

Die Schrecken der Belagerung


Es folgt die weit weniger lustige Kriegszeit. Die über 900 Tage dauernde Belagerung der Stadt durch deutsche Truppen von 1941 bis 1944 wird in mehreren Sälen detailliert und eindrücklich dargestellt.

Nicht nur die Kampfhandlungen finden Beachtung – der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem Alltag der eingeschlossen Bevölkerung, die zu überleben versuchte und trotz allem das kulturelle Leben unter schwierigsten Bedingungen aufrechterhielt.

Gezeigt wird sowohl Kriegsgerät, Berichte und Aufzeichnungen der Belagerten als auch Aufnahmen der Siegesparade auf dem Newski Prospekt: Der Besucher bekommt ein breites Bild dieser wohl schwärzesten Seite der Petersburger Geschichte vermittelt. (ug/.rufo)

Aktualisiert im August 2008

Artikel versenden Druckversion





nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 14.05.2002
Zurück zur Hauptseite







Der Gottorper Globus im Turm der Kunstkammer ist im Innern ein Planetarium. Petersburg weist noch viele derartig überraschende Sehenswürdigkeiten auf. (Foto: Deeg/.rufo)
Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Petersburg intern
Schnelle Stadtnachrichten

31.10.2015224 Tote: Absturz über Ägypten schockiert Russland
19.09.2015Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt
13.09.2015Neuer russischer Ostseehafen: Bronka geht in Betrieb
13.09.2015Neuer russischer Ostseehafen: Bronka geht in Betrieb
19.05.2015St. Petersburg macht sich klein – im Maßstab 1:87
22.03.2015Opel ade: General Motors räumt den russischen Markt
31.01.2015St. Petersburg: Deutsche Visa auf der Petrograder Seite
23.04.2014Petersburger Wasserbusse fahren 2014 auf längerer Linie
26.03.2014Flughafen-Umzug beendet: Pulkovo-2 wird stillgelegt
04.12.2013Deutschland-Flüge eröffnen neues Terminal in Pulkowo
21.11.2013Bedingt frei: Greenpeace-Aktivisten verlassen Gefängnisse
20.11.2013Wechselberg stiftet Petersburg ein Faberge-Museum
19.11.2013Greenpeace-Fall: Ärztin und Fotograf kommen frei
13.11.2013Pussy-Riot-Sängerin und Greenpeace-Aktivisten verlegt
08.11.2013Deutsche Lastwagen aus Petersburg: MAN-Werk eröffnet

Mehr Petersburg bei www.petersburg.aktuell.ru >>>


Schnell gefunden
Petersburg Kultur
Petersburg Wirtschaft
Petersburg Architektur
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru