Donnerstag, 28.11.2002

Mariinski-Theater

Weltmittelpunkt der schönen Bühnenkünste - das Mariinski-Theater in St. Petersburg. (Foto: ld/.rufo)
Das Mariinski-Theater ist ein wahres Pilgerziel für Liebhaber von Oper und Ballett aus aller Welt. Vor allem ihm und der Eremitage verdankt St. Petersburg sein weltweites Ansehen als Kulturmetropole.
Auf dem Repertoire stehen russische und ausländische Opern und Balletts vorwiegend der klassischen Art. Doch auch modernen Inszenierungen ist man im altehrwürdigen Gebäude am Theaterplatz nicht mehr abgeneigt.

Es ist noch nicht allzu lange her, da fand im traditionell mit gold- und puttenverzierten Rängen und Logen ausstaffierten Saal gar die Premiere eines leicht skandalumwitterten Films statt – neue Zeiten, neue Herausforderungen.

Die Koordinaten
Teatralnaja Ploschtschad 1
Nächste Metro: Sadowaja/Sennaja Pl., besser jedoch vom Newski Prospekt mit Bus 3, 22, 27 oder Marschrutka 169
Die Mariinski-Truppe entstand 1783 und verkündet dies auch stolz mit einer entsprechenden Aufschrift auf den Programmheftchen. Doch ist das jetzige Gebäude dringend restaurierungsbedürftig und zudem längst zu klein geworden. Diese Probleme hat die führende Bühne Russlands mit seinem Hauptkonkurrenten, dem Moskauer Bolschoi-Theater, gemein.

Mariinski-Expansion

In Arbeit ist ein Anbau auf der anderen Seite des Krjukow-Kanals, der hinter dem Theater entlang fließt. Doch, wie üblich in diesem Lande, hatten die Moskauer die neue Bolschoi-Bühne bereits eröffnet, während sich die Petersburger Öffentlichkeit weiter die Köpfe um das beste Projekt für das neue Opern- und Balletthaus heiß redete.

Weiter als über das Bauloch hinter dem Kanal sind die Arbeiten bisher nicht gediehen, dafür hat im November 2006 unweit des alten Hauses, an der Dekabristenstraße, der neue Konzertsaal seine Tore geöffnet und lädt zu orchestralen Veranstaltungen.

Ein Muss für jeden Petersburg-Besucher

Der 1.625 Zuschauer fassende Saal am Theaterplatz ist nach wie vor fast jeden Abend ausverkauft. Für Touristengruppen ist der Besuch im Mariinski (dass weithin auch noch unter seinem alten sowjetischen Namen als Kirow-Theater bekannt ist) ein Muss und zweifellos ein Höhepunkt ihrer Petersburg-Visite.

Nicht gruppen- gebundene Ausländer müssen allerdings vorsichtig sein – hier herrscht eine rigide Preispolitik. Die Tickets für Russen und für Ausländer unterscheiden sich frappant im Preis. Und die Gesichts-
kontrolle ist so perfekt, dass Ausländer mit „Russenkarten“ garantiert aus der Menge herausgefischt und zum „Administrator“ geschickt werden, um im Schnitt das Sechsfache draufzuzahlen.

Aktualisiert im April 2009