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Von wegen Männerdomäne: Im Interpolicecollege gibt es 70 Prozent Frauenanteil (Foto: IPC)
Von wegen Männerdomäne: Im Interpolicecollege gibt es 70 Prozent Frauenanteil (Foto: IPC)
Montag, 14.05.2007

„Police Academy“ auf russisch – in privater Hand

St. Petersburg. Es gibt kaum ein Land, in dem der Staat in so vielen Bereichen seine Finger im Spiel hat, wie Russland. Um so erstaunlicher, dass es gerade bei der Polizisten-Ausbildung eine private Alternative gibt.

1997 war Oleg Jaruchin noch selbst Polizist – und hatte die Idee zur Gründung einer privaten Polizeischule. Sein Vorhaben verwirklichte er 2000, als er das „Polizeilich-juristische College“ in St. Petersburg eröffnete. Da die Ausbildung sehr breit angelegt und praxisorientiert ist, können ihre Absolventen entweder in den Polizeidienst einsteigen oder ihren Bildungsweg an einer Hochschule fortsetzen. In jedem Fall haben sie bereits eine mittlere juristische Bildung erhalten.

In Russland gibt es ungefähr 50 staatliche Polizeischulen. Jedoch stellt die russische Polizei gerne die Abgänger dieser privaten Schule ein – schließlich unterrichten dort auch viele ihrer Experten. „Dies wissen die jungen Leute auch zu schätzen und studieren deshalb hier“, so Jaruchin.

Die Hälfte der Abgänger geht zur Polizei


Schulleiter Jaruchin ist vom Wert seines Polizei-Diploms überzeugt (Foto: IPC)
Schulleiter Jaruchin ist vom Wert seines Polizei-Diploms überzeugt (Foto: IPC)
„Das wichtigste ist jedoch, dass jeder Absolvent ein staatlich anerkanntes Diplom erhält.“ Die Absolventen der auch „Interpolicecollege“ genannten Schule können damit nicht nur in der russischen Miliz Dienst verrichten, wo nach Angaben der Schule letztlich die Hälfte der Abgänger Arbeit findet. Die anderen 50 Prozent suchen sich als Gerichtsvollzieher, Justiz-Mitarbeiter oder bei der Staatsanwaltschaft einen Job. Nur ein kleiner Teil geht zu privaten Arbeitsgebern.

Zwar ist in Russland die Meinung verbreitet, Polizist, könne jeder werden – doch dies gilt bei Jaruchins Schule nicht: Jeder Bewerber muss einen Einstellungstest bestehen, zu dem eine dreiwöchige Armee-artige Übung in einem Waldgebiet gehört. Auch wenn das College nicht jeden aufnimmt, so bietet es doch einigen eine zweite Chance: Laut Jaruchin erscheinen bei ihm vereinzelt Leute, die den Test bei staatlichen Polizeischulen nicht bestanden haben.

Frauenanteil bei 70ß Prozent


Adresse und Kontakt
Polizejski-Juriditscheski College
7. Krasnoarmeiskaja 26
St. Petersburg
Internet: www.police-college.ru
Pro Jahrgang besuchen zwischen 450 und 500 Studentinnen und Studenten die Schule, die einen Frauenanteil von sensationellen 70 Prozent aufweist. Der Polizistenlehrgang kann dabei als Ganztags-Unterricht, als Abendschule oder als Fernstudium absolviert werden. Je nachdem variiert dann auch die Dauer der Ausbildung (zwischen 22 und 34 Monaten) und die Kosten (zwischen 10.000 und 20.000 Rubel).

Studium mit Action: Fallschirmspringen, Tauchen, Schießen


Auch ein Tauchkurs gehört zu der privaten Polizeiausbildung (Foto: IPC)
Auch ein Tauchkurs gehört zu der privaten Polizeiausbildung (Foto: IPC)
Nachdem sich die Studenten ihre schwarze Uniform erhalten haben, erwartet sie in den neun Klassenzimmern und zwei Sportsälen ein vollgepacktes Unterrichtsprogramm: Neben theoretischem Unterricht in Zivil-, Arbeits- und Strafrecht sowie Kriminalistik und allgemeinbildenen Fächern haben sie ein breites Praxisprogramm zu bestreiten: Sie lernen den Umgang mit dem Computer und üben sich im Fallschirmspringen, Tauchen und Schießen. Zweimal in der Woche ist entweder Laufen oder Kampfsport angesagt. Auch muss jeder Schüler ein Praktikum bei einer russischen Polizei-Einheit durchlaufen.

Russlands einzige private Polizei-Akademie unterhält im übrigen auch Kontakte zu ähnlichen Lehranstalten im Ausland. So besteht eine Partnerschaft zur Fachhochschule der Polizei von Sachsen-Anhalt.

So besuchten im letzten Jahr der Leiter drei Kursanten Aschersleben, um dort einen Einblick in die dortige Ausbildung zu erhalten. Im Sommer wird im Gegenzug eine Polizeischul-Delegation aus der Heimat von Katharina der Großen in Petersburg erwartet.

(Ellen Lugert/SPZ)


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