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| Oleg Bogdanow: In Petersburg fehlt es an Berlin (Foto: Anna Litvinenko/ SPZ) | |
Dienstag, 21.02.2006
Ein Heim für die Westalgie an der Newa
St. Petersburg. Auf der Petrograder Seite eröffnete eine Bar mit deutschem Akzent: Das „DK Berlin“ ist eine geräumige Alternative zur hanseatisch angehauchten „Datscha“ – und zeigt in Zukunft auch deutsche Filme.
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Das schlichte Schild „DK Berlin“ an der Glastür von Haus Nr. 82 am Bolschoj Prospekt auf der Petrograder Seite übersieht man leicht - und sucht dann vergeblich nach dieser frisch eröffneten, aber schon weithin bekannten Bar. Es dauert also ein Weilchen, bis man versteht, dass es durch das „Idealjnaja Tschaschka“-Café hinein geht – und von dort hinauf in den zweiten Stock.
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Riesige Nachtfotos vom Alexanderplatz auf den roten Wänden lassen erkennen, dass es hier tatsächlich um Berlin geht. Die weitere Erkundung der drei offen miteinander verbundenen Räume, die mit weiteren Fotos und Aufschriften auf Deutsch dekoriert sind, zeigt, dass das Lokal mit großer Liebe für die deutsche Hauptstadt eingerichtet wurde.
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„In Petersburg fehlt es an Berlin
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| Fotos vom Alexanderplatz schmücken das DK Berlin (Foto: Anna Litvinenko/ SPZ) |
Bar-Chef Oleg Bogdanow hat große Erfahrung im Petersburger Klub-Business und zugleich viele Kontakte nach Deutschland. Der gelernte Philologe hat urspünglich eine äthiopische Sprache studiert, begeisterte sich dann aber für das Deutsche und die Deutschen. Dabei blieb es – er fährt fast jeden Monat mal nach Berlin.
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Schon seit langem wollte der 41-jährige ein Stück Berliner Atmosphäre an die Newa holen. „Ich finde, in Petersburg fehlt es an Berlin“, sagt Bogdanow, an einem der runden Tischlein seiner neuen Bar sitzend. Und nein, die allseits beliebte „Datscha“ sei doch eben eher Hamburg-mäßig, der Berliner Geist sei was ganz anderes.
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Unterdessen erscheinen auf der schwarzen Leinwand gegenüber der Theke im Minutenrhythmus Wörter auf Deutsch. Für die meisten Besucher sind sie nicht mehr als eine originelle Installation, bei manchen aber dürften sie die Seele rühren: Kreuzberg, Weinerei, Zweiraumwohnung, Currywurst. Und nur ein plötzlich auftauchender Schreibfehler lässt die Illusion platzen: Da draußen liegen nicht die Hackeschen Höfe, sondern Petersburger Hinterhöfe, wie sie schon von Dostojewski beschrieben wurden.
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Eine Bar mit dem Anspruch des Kulturhauses
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| Adresse |
Petrograder Seite, Bolschoj Prospekt 82, 2. Stock |
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Das „DK“ im Namen steht im übrigen für „Dom Kultury“ – Haus der Kultur. Denn das neue Lokal soll sich weniger zu einem Fanklub von Berlin- oder Deutsch-Liebhabern als zu einem Kulturtreff entwickeln.
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So werde zum Beispiel geplant, hier in Zukunft auch deutsche Filme mit russischen Untertiteln zu zeigen, erklärt Bogdanow. Am Samstag, den 25. Februar um 21 Uhr gibt es zum Beispiel den Film «Gegen die Wand» (Regie Fatih Akin, 2004).
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Diesen Berlin-Spontantrip kann sich jeder leisten
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Damit sich dafür auch ein breiteres Publikum begeistern kann, sollen nicht zuletzt die Preise sorgen: Für ein Bier bezahlt man nur 60 Rubel (ca. 1,75 Euro), eine Tasse Kaffee Americano bekommt man für 50 Rubel, ein Salat oder ein Stück Torte kosten ebenfalls 60 Rubel. Der Hausherr verspricht, dass die Speisekarte bald auch deutsche Spezialitäten und deutsche Weine bieten wird. Deutsches Bier wie Holsten oder DAB gibt es schon jetzt.
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Und damit das Gespräch nichts zu kurz kommt, ist der Musikhintergrund abwechslungsreich und nicht störend; abends legen dann öfters russische und ausländische DJs auf und es spielen Live-Bands. In Zukunft sind hier natürlich auch Berliner Musiker zu erwarten. Und noch einen großen Unterschied gibt es zur „hanseatischen“ Datscha: Im DK Berlin ist reichlich Platz zum Tanzen.
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(Anna Litvinenko/SPZ)
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