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| Bei den Kommunisten dominiert traditionell die Farbe Rot und die ältere Generation (Foto: ld/rufo) | |
Mittwoch, 30.04.2008
1. Mai: Opposition darf auf den Newski Prospekt
St. Petersburg. Am 1. Mai ziehen sie wieder mit Fahnen und Transparenten über den Newski. Dies ist aber nicht eine Demo, sondern gleich drei: Gewerkschaften, Kommunisten und Andersdenkende marschieren getrennt.
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Die Petersburger haben am morgigen „Tag der Arbeit und des Frühlings“ die seltene Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes mit den Füßen abzustimmen: Sie müssen sich nur entscheiden, in welche der drei Marschkolonnen sie sich einreihen, wenn diese ihren Zug über den Newski Prospekt beginnen.
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Der Kreml-nahe Gewerkschafts-Dachverband und die Putin-ergebenen Parteien „Einiges Russland“, Gerechtes Russland“ und Agrarpartei beginnen um 10 Uhr den traditionellen Zug über Petersburgs City-Magistrale am Konzertsaal Oktjabrskaja in Richtung Admiralität. Ihr Ziel ist der Schlossplatz, auf dem dann eine Kundgebung stattfindet.
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Ihnen folgen vom gleichen Sammelplatz aus einige tausend Kommunisten – die allerdings an der Bolschaja Morskaja Uliza nach links und nicht nach rechts abschwenken: Sie demonstrieren anschließend auf dem Isaak-Platz.
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| Auf dem Pionerskaja-Platz versammelte sich die Opposition schon mehrfach (Foto: eva/.rufo) |
Kasparow und Co. biegen schnell wieder ab Marschblock Nr. 3 wird von der Kreml-kritischen Fundamental-Opposition gebildet: Die Anhänger der Partei Jabloko, der Vereinigten Bürgerfront von Garri Kasparow, der Nationalbolschewisten und anderer Vereinigungen dürfen allerdings nur 250 Meter über Petersburgs Prachtmeile ziehen: vom Ploschtschad Wosstannija bis zur Uliza Marata. Über sie zieht die Oppositions-Demo bis zum Pionerskaja Ploschtschad nahe des Witebsker Bahnhofs, der als Konzert- und Kundgebungsort auch schon Tradition hat.
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Eine andere Marschroute hatten die Oppositionellen bei der Stadtverwaltung aber auch nicht beantragt, so dass diesmal das schon übliche Hickhack mit dem Smolny über Ort und Weg des Kreml-kritischen Schaulaufs nicht stattfand.
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Rechtsextreme und Datscha-Gärtner halten sich zurück Auf eine Demonstration verzichtet hat hingegen die nationalistische „Bewegung gegen illegale Immigration“ (DPNI). „Wir beabsichtigen nicht, dem Staat bei der Schaffung einer Demokratie-Illusion zu helfen. Mit Luftballons durch ein Polizeispalier zu laufen überlassen wir den Kommunisten und den ‚Jedinorossi`“, so ein DNPI-Sprecher.
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Das zu erwartende schöne Wetter ist für die Polit-Agitatoren dabei eher ein Problem als eine Freude: Es ist zu erwarten, dass es die Werktätigen Petersburgs deshalb noch viel mehr als sonst auf ihre völlig unpolitischen Datscha-Parzellen zieht, um die Gartenbau-Saison in die Wege zu leiten.
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Politik beiseite: Die Bayern müssen besiegt werden! Am Abend wird Petersburg dann ohnehin ungeachtet aller politischer Meinungsverschiedenheiten völlig vereint sein: Der heimische Fußballclub Zenit spielt dann im Petrowski-Stadion das wohl wichtigste Spiel seiner Vereinsgeschichte. Im Rückspiel gegen den Fußball-Giganten Bayern München geht es um nichts weniger als den Einzug ins UEFA-Cup-Finale.
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Nach dem 1:1 in München braucht Zenit einen Sieg oder ein 0:0-Unentschieden. Die nur 22.000 Plätze bietende Arena wird bis auf den letzten Platz gefüllt sein, obwohl die Ticketpreise mit 2.000 bis 7.200 Rubel (55 bis 200 Euro) bisher nicht gekannte Höhen erreicht haben.
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Da am Montag im Stadion Beamte des Kreml-Personenschutzes zu beobachten waren, kann davon ausgegangen werden, dass auch Wladimir Putin und/oder sein Nachfolger Dmitri Medwedew das Spiel live verfolgen werden.
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