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Alles für den Tisch des Hochadels: Das Familiensilber der Naryschkins ist wieder aufgetaucht - und zwar komplett (Foto: fontanka.ru)
Alles für den Tisch des Hochadels: Das Familiensilber der Naryschkins ist wieder aufgetaucht - und zwar komplett (Foto: fontanka.ru)
Donnerstag, 29.03.2012

40 Sack Silber: Schatzfund in Petersburger Palais

St. Petersburg. Bauarbeiter sind bei Sanierungsarbeiten auf das 1917 versteckte Familiensilber der adeligen Familie Naryschkin gestoßen: In einem geheimen Raum fanden sich einige tausend Teile Besteck und Geschirr.

Das ehemalige Anwesen der Naryschkins befindet sich an der Tschaikowskaja-Straße 29. Die Adelsfamilie hatte im Revolutionsjahr 1917 die Stadt verlassen.

Bisher gingen die Petersburger Kulturhüter davon aus, dass alle wertvollen Gegenstände aus dem Haus 1920 an die Eremitage und das Russische Museum übergeben worden waren.

Dem war aber nicht so: Bei Sanierungsarbeiten stießen Arbeiter jetzt auf einen nicht in den Plänen verzeichneten Hohlraum von etwa sechs Quadratmeter Fläche und zwei Meter Höhe. Und diese Geheimkammer hatte es wahrlich in sich: Darin fanden sich sage und schreibe etwa 40 Säcke mit Pretiosen.

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Ein Schatz für einen Festsaal


Wie fontanka.ru berichtet, sind gegenwärtig Experten der städtischen Denkmalbehörde und Kriminalisten dabei, den Schatz zu bergen und zu sortieren erfassen. Ein 15 auf 15 Quadratmeter großer Raum sei bereits völlig mit den Wertsachen gefüllt. Es werde Tage dauern, alle Gegenstände auch nur zu erfassen.

Das Geschirr trage zum Teil das Familienwappen der Naryschkins, heißt es. Auch seien die Service offenbar komplett erhalten – vom Teelöffel bis zur Suppenschüssel und zahlreichen Samowaren. Es sei nicht auszuschließen, dass es in der an Kulturschätzen überreichen Stadt sonst keine derartig reiche Tischgarnitur gebe, so Experten. Auch wurden Orden und Dokumente gefunden.

Der glückliche Finder bekommt wohl ein Viertel


Die Ermittler müssen jetzt aber auch klären, wer als der Finder des vor 95 Jahren versteckten Schatzes gelten kann – was auf einer Baustelle nicht unbedingt einfach ist. Denn nach russischen Gesetz steht dem Finder eines Schatzes 50 Prozent des Wertes zu. Die andere Hälfte fällt an den Eigentümer des Grundstücks oder Gebäudes – in diesem Fall die Stadt.

Die 95 Jahre lang versteckten Samoware müssten einmal wieder poliert werden, sind ansonsten aber ideal erhalten  (Foto: fontanka.ru)
Die 95 Jahre lang versteckten Samoware müssten einmal wieder poliert werden, sind ansonsten aber ideal erhalten (Foto: fontanka.ru)
Wird der Fund allerdings zum Kulturgut erklärt, fällt der Schatz an den Staat, der den Grundeigentümer und den Finder mit je 25 Prozent des Wertes entschädigen muss.

Bis zu einer Auszahlung eines Finderlohns stehen also noch umfangreiche Wertexpertisen des Schatzes bevor. Außerdem beklagen russische „Schatzsucher“ oft, dass sie als ehrliche Finder sehr lange auf eine Kompensation warten müssen, da in den öffentlichen Haushalten für den Aufkauf derartiger Funde zunächst keine Mittel reserviert sind.

Alte Zeitungen helfen bei der Datierung


Ihr Familiensilber versteckten die Naryschkins offenbar über einen längeren Zeitraum im Revolutionsjahr 1917: Als Einwickelmaterial benutzte Zeitungen datieren vom Februar bis zum Juli dieses Schicksalsjahrs.

Pointe bei dem Fund ist der Zweck, für den das Naryschkin-Anwesen, ganz in der Nähe der Zentrale des Geheimdienstes FSB gelegen, gegenwärtig saniert wird: Es soll nämlich zum „Petersburger Internationalen Zentrum für die Erhaltung von Kulturgut“ umgebaut werden.

Offensichtlich ist das Gebäude für diese Aufgabe bestens prädestiniert.



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