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Grigori Kotschnjow lag nach einem Unfall brutal erdolcht auf der Autobahn - Lynchjustiz oder Suizid? (Foto: vkontakte.ru)
Grigori Kotschnjow lag nach einem Unfall brutal erdolcht auf der Autobahn - Lynchjustiz oder Suizid? (Foto: vkontakte.ru)
Dienstag, 25.12.2012

„Selbstmord auf der Autobahn“ gibt weiter Rätsel auf

St. Petersburg. Der rätselhafte Tod eines Autofahrers durch Messerstiche nach einem Verkehrsunfall beschäftigt die St. Petersburger gegenwärtig mehr als alles andere: Die Selbstmord-Version ist noch nicht vom Tisch.

Kann es sein, dass ein Autofahrer am helllichten Tag mitten auf der Petersburger Ringautobahn von anderen Automobilisten wegen eines verursachten Unfalls gelyncht wird? Oder kann es sein, dass sich ein junger Familienvater auf dem Weg zum Kindergarten wegen einer Unfallschuld ein Messer ins Herz rammt?

Sagen die Unfallbeteiligten die Wahrheit – und kann es Zufall sein, dass der umgekommene Autofahrer just das Fahrzeug eines Vizechefs jener U-Haftanstalt rammte, in der er selbst noch vor ein paar Monaten einsaß? Und hat niemand gesehen oder gefilmt, was wirklich geschah?

Derartige Fragen stellen sich gegenwärtig Petersburger Journalisten und Internetnutzer bei jeder neuen Veröffentlichung zum „Fall Kotschnjow“.

Das Geschehen - wie es die Zeugen darstellen


Wie schon berichtet, hatte der 37 Jahre alte Grigori Kotschnjow am 17. Dezember mit seinem Toyota-Geländewagen einen Unfall auf der Ringautobahn gebaut: Er war einem voraus fahrenden Hyundai-Van ins Heck geknallt. Nach den auf Zeugenaussagen beruhenden ersten Ermittlungen soll der Unfallfahrer dann ausgestiegen sein und den Hyundai-Fahrer angegriffen haben.

Dann stoppte er einen Lada auf der Parallelspur und begann auch dieses Auto zu demolieren. Während der Streit mit den darin sitzenden beiden Dagestanern eskalierte, knallte noch ein Audi in den Lada. Dessen Fahrer wurde beim Aufprall verletzt. Und während man auf die Verkehrspolizei wartete, soll sich der Toyota-Fahrer allein auf dem Fahrersitz seines eigenen Autos erdolcht haben.

Verschwörungs- und Vertuschungstheorien


Die Polizei qualifizierte das Geschehen deshalb zunächst als Selbstmord. Bekannte und Familienangehörige reagierten entsetzt: Kotschnjow sei psychisch ausgeglichen gewesen und offenbar Opfer von Lynchjustiz auf der Autobahn geworden.

Bei Russland-Aktuell
• Mord oder Selbstmord nach Verkehrsunfall? (20.12.2012)
• Grenzposten-Massaker: Selbstmordversuch d. Angeklagten (21.11.2012)
• Moskauer Amoklauf: drei Personen wussten Bescheid (12.11.2012)
• Unfallfahrer erschießt sich nach Tod von Passagieren (15.10.2012)
• Frau begeht Selbstmord nach Fenstersturz ihres Enkels (10.05.2012)
Auch witterte die kritische Öffentlichkeit eine Verschwörung unter Ordnungshütern: Die beiden Insassen des Hyundai waren Angehörige der Strafvollzugsbehörde, beide tätig im nahen Untersuchungsgefängnis von Gorelowo. Hinzu kam der einschlägige Ruf von Kaukasiern als Messerstecher und – auch das kommt auf russischen Straßen vor – Provokateuren von Unfällen, um arglose Autofahrer um beträchtliche Summen zu erleichtern.

Protestdemo endet mit Massenfestnahme


Am Sonntag gab es in St. Petersburg deshalb sogar eine unangemeldete Protest-Demonstration gegen die mutmaßliche Vertuschung des Mordes als Selbstmord. Die Polizei schritt dabei strikt ein und nahm 60 Teilnehmer vorübergehend fest – ein großer Teil von ihnen stammte aus der rechten Szene, die das Thema begeistert aufgenommen hatte. Einige Demonstranten wurden bereits zu Arrest oder empfindlichen Geldstrafen verurteilt.

Wie hinterher der Petersburger Polizeichef erklärte, wurden bei der Demo völlig ungerechtfertigte Vorwürfe erhoben: Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ermittler das Verfahren schon längst auf „Mord“ umdefiniert. Und die Autopsie war eigens nicht von unter Befangenheitsverdacht stehenden Amtsärzten, sondern einem hinzugezogenen zivilen Fachmann vorgenommen worden.

Das Opfer - in Kontakt mit Drogen und dem Knast


Zwischenzeitlich waren auch neue Fakten über die Beteiligten bekannt geworden: Der Umgekommene war zweimal wegen Drogendelikten vorbestraft. Und erst im Oktober war er in komatösem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert worden – Diagnose: Vergiftung durch eine unbekannte Substanz. Kotschnjow hatte seinen Blackout den Ärzten mit einer Pilzvergiftung erklärt.

Verdächtig erscheint der Umstand, dass der Hyundai-Besitzer ausgerechnet einer der Vizedirektoren jener U-Haftanstalt ist, wo Kotschnjow im Frühjahr einige Monate eingesessen hatte. Beide Insassen trugen zum Unfallzeitpunkt die Uniform der Gefängnisbehörde FSIN. Wollte hier jemand eine alte Rechnung begleichen? Oder sorgte der Anblick der Wärteruniformen nach dem Unfall für einen psychischen Koller?

Vier Stiche ins Herz - alleine nicht zu schaffen?


Wie die Internetzeitung fontanka.ru berichtet, spricht das Obduktionsergebnis gegen Selbstmord: Am Toten wurden fünf Messerstiche gezählt, vier davon trafen das Herz. Üblicherweise, so Experten, würden Lebensmüde es nicht schaffen, sich mehr als zwei Stiche ins Herz zu versetzen. Außerdem: Die Stiche wurden durch eine dicke Winterjacke hindurch geführt. Wer sich mit einem Messer umbringe, so die Erfahrung, entblößt sich dafür zuvor die Brust.

Polizisten und Sanitäter am Unfallort sollen aber ausgesagt haben, dass keiner der Zeugen Blutspuren auf der Kleidung hatte. Und die beiden Dagestaner sind nach Polizei-Informationen offenbar auch nicht unbedingt finstere Messerhelden: Einer der beiden Männer sei älteren Semesters und krebskrank, heißt es.

Licht in den seltsamen Vorgang hofft man nun durch weitere Zeugenaussagen und einer Nachstellung des Unfallgeschehens zu bekommen.

Zeuge: Beamte schlugen den Unfallfahrer


Ein Zeuge, der sich zunächst in einem Internetforum meldete, berichtete, er habe gesehen, wie am Heck des Toyota zwei Männer in Uniform das hochgewachsene spätere Opfer ins Gesicht schlugen.

Doch als er beobachtete, dass einer der Uniformierten den anderen wegzog und die Schlägerei offenbar beendet war, habe er es mit einem Notruf an „112“ belassen und sei weitergefahren.

Dafür schäme er sich nun abgrundtief. Denn er hätte einen brutalen Mord verhindern können – oder einen Selbstmord. Den das bleibt zu klären.



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xy 26.12.2012 - 22:11

Hallo ivanfi,
ich denke dieser Vorfall hat mit Ideologie oder Politik nichts zu tun. Hier sind mafiöse skrupellose Krimmenelle am Werk, die in jeder Situation auf ihren Vorteil bedacht sind und dabei über Leichen gehen. Umso weniger Öffentlichkeit und Demokratie, um so leichter für sie.
Immerhin in China hätte man wohl davon überhaupt nichts mitbekommen.
mfg


ivanfi 26.12.2012 - 09:59

An xy. Wir müssen wählen: Zwischen „schnell verdammen“ und einer „zunächst gilt die Unschuldsvermutung“-…..Position.

Zwischen diesen Polen…..sind die Übergänge fließend.

Ohne dass ich mich auch nur im Geringsten für oder gegen die (russische) Polizei Lanze brechen möchte, ist doch eins klar:
Wir im Westen sind so stark ideologisch gesteuert, 99% des BRD-Journalismus sogar so stark ideologisch besessen,
wenn es um die Bewertung von Straftaten geht, dass es LÄNGST GEBOTEN IST, diese Rot-Grüne Brille, diesen ideologischen Filter INFRAGE ZU STELLEN.

Ich tue es seit 1999 PERMENENT.
Und damit bin ich, aus meiner Sicht immer gut gefahren.
Auch dann wenn ich mit meiner Einstellung als Aussenseiter, als einer de gerne gegen den Strom der BRD-Medialen-Diktatur schwimmt, wahrgenommen werde.
-----------
Es ist schon (leider, leider, leider!) GÄNGIGE Praxis in den West-Medien hinter JEDER Straftat politische Motivation zu sehen.

Zudem sind wir es gewöhnt, von den BRD-Journalisten veräppelt zu werden, wenn es darum geht, Rechte oder Linke Gewalttäter zuzuordnen.
Am liebsten lässt uns die Presse sogar im Unklaren, wenn von eingebürgerten Tätern mit Migrationshintergrund die Rede ist.
Siehe den Fall des Linienschiedsrichters, in Holland, der an seinen brutalst beigefügten Verletzungen von MAROKKANISCHEN Jugendlichen starb.

Die 200%-ig systemkonformen öffentlich rechtliche Medien, sprachen immer nur von Jugendlichen, weil man die Wahrheit über deren ethnische Hintergründe verschweigen wollte.

So war es auch im Fall des getöteten Jonny, in Berlin. In den Nachrichten suggerierte die BRD-Mediale Diktatur, dass es da eine Rechte Gewalt von deutschen Jugendlichen im Hintergrund sei.

Es dauerte eine ganze Woche, bis man scheibchenweise zugab, dass es um eine brutale Tat von Türken gewesen ist.

Ich habe NICHTS dagegen, Rechte Gewalttäter zu verdammen. Aber wenn in der Praxis die Gewalt der linken Autonomen als Kavaliersdelikt (als Heldentat) der LINKEN dargestellt und von den Staatsanwälten, von den zuständigen Gerichten POLITISCH/IDEOLOGISCGH MOTIVIERT unter den Teppich geschoben wird, sehe ich dies, als Alarmzeichen für unser Rechtsverständnis!

Ich lehne es auch ab, wenn Statistiken zitiert werde, wonach die Rechte Gewalt gegen Juden in der BRD lautstark den Rechten, gar speziell der NPD zugeordnet wird.

Zugleich ist aber jedem in der BRD bekannt, der mit offenen Sinnesorganen ausgestattet ist, dass sowohl in Frankreich, als auch in der BRD die Muslimischen Jugendliche für 99% der Gewalt gegen Juden zuständig sind!
Aber das ist ja peinlich für die LINKS-IDEOLOGISIWERTEN West-Gesellschaften, die die Muslime auf den Händen tragen, mit einer besonderen Intensität hätscheln!

(In den BRD-Internetblogs sind es 99% Muslime, die den Antisemitismus anheizen. Also nicht die vereinzelten Rechten Splittergruppen ethnisch deutscher Herkunft!)
---------------

Und nun, spezielle zum eigentlichen Inhalt des Artikels:
Ich sehe keine Parteinahme, Voreingenommenheit des Autors.
Eher sehe ich eine unnötige Ideologisierung in Ihrer Stellungnahme.


xy 25.12.2012 - 20:22

Polizei-Meinung einfach übernommen

Sehr geehrte Rufo-Radaktion,

die Sache erscheint doch ziemlich eindeutig. Man ist erschüttert darüber das der Vorgang von der Polizei allen Ernstes erst als Selbstmord behandelt wurde. Polizei und Verbrecher scheinen in Russland Hand in Hand zu arbeiten.

Ihre ernsthafte Erwägung der Möglichkeit des Selbstmordes finde ich schlimm.Es muss schlimm stehen um die Meinungsfreiheit, wenn Sie sich genötigt sehen, so \"unparteiisch\" zu schreiben.

Ein Selbstmord nach dem Todfahren von einem kleinen Kind oder Ähnliches wäre ja noch vorstellbar aber nach dem Beschädigen eines Autos ohne Verletzte ? Der angebliche Unfallverursacher (auch das übernehmen sie unhinterfragt) wird von den beiden Beamten geschlagen und bringt sich danach um ? Das ist doch völlig abwegig. Das können Sie doch nicht eine Sekunde ernsthaft als Möglichkeit hinstellen.


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