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Freitag, 17.05.2002
Antiglobalisten mit Alternativprogramm für Bush
St. Petersburg (rUFO/sb) Schaufensterscheiben einschmeißen und Autos anzünden – das können alle Revoluzzer oder Antiglobalisten, wie sie sich auf moderne Weise nennen. Die antiamerikanisch eingestellten Jugendlichen in Petersburg haben bewiesen, dass es auch intelligenter und delikater geht. Sie zogen am Donnerstag zum US-Konsulat und übergaben ein Alternativprogramm für Bushs Besuch am 25. und 26. Mai.
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Die Kundgebung vor dem amerikanischen Konsulat in der Furstattskaja uliza war klein, aber lautstark – wie üblich bei solchen Veranstaltungen. „Bush ist ein Esel!“ lautete eine der knappen und eingängigen Losungen, eine andere gab die Meinung „Putin ist ein Lakai der Nato!“ zum Besten. Einige Teilnehmer gaben sich alle Mühe, in ihrem abgerissenen Outfit einen saftigen Kontrast zu den geschniegelten Diplomaten im Zielobjekt ihres Protestes zu bilden. Doch blieb alles im Rahmen des Erträglichen, und die ohnehin nicht sehr zahlreich angerückte Miliz brauchte nicht zur Tat zu schreiten.
Am Ende der Kundgebung übergaben die Protestler einem eigens zu ihnen heraustretenden Angestellten der Botschaft ein Schriftstück, in dem sie George Bush ein alternatives Besuchsprogramm in Petersburg unterbreiten. Zu den Tagesordnungspunkten zählt u.a. der Besuch einer öffentlichen Toilette, eine Fahrt in einer überfüllten Straßenbahn, ein Essen in einer Fabrikkantine und den Besuch im Untersuchungsgefängnis „Kresty“.
Nach Angaben der Organisatoren, ist das Ziel dieser Aktion ganz einfach: Bush soll die Probleme und die Armut kennen lernen und nicht nur die Schokoladenseite von Petersburg sehen. Der Botschaftsangestellte, der das Papier in Empfang nahm, versprach den Versammelten hoch und heilig, die Einladung nach Washington weiterzuleiten.
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