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| Hier soll die neue Europa-Uferstraße entstehen. Foto: fontanka.ru | |
Mittwoch, 19.11.2008
Architektur-Wettbewerb um Europa-Uferstraße eröffnet
St. Petersburg. Trotz aller Fehlschläge der letzten Jahre beginnt ein neuer Wettbewerb – dieses Mal geht es um die Bebauung der Europa-Uferstraße. Dort soll unter anderem der Tanzpalast der Eifman-Truppe entstehen.
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Nach den Auseinandersetzungen um die Entwürfe für die zweite Bühne des Mariinski-Theaters, das neue Zenit-Stadion und des Ochta-Center wollte es fast scheinen, als hätten ausländische Architekten keine große Lust mehr, etwas für Petersburg zu planen.
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Und doch fanden sich drei renommierte westeuropäische Architektenbüros, die für das 9,9 Hektar große Areal an der Kleinen Newa Entwürfe liefern wollen. Ihnen stehen zwei Petersburger Büros gegenüber. Alle sechs werden als „klassizisierende Traditionalisten“ eingeschätzt, was Skandale um zu moderne Lösungsvorschläge (wie etwa beim Mariinski-II) auszuschließen scheint.
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Keine Extreme und kein High-Tech
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Die ausländischen Teilnehmer am Wettbewerb sind Mario Botta aus Lugano, Jose Rafael Moneo aus Madrid und David Chipperfield aus London. Botta hat in Petersburg bereits Erfahrungen gesammelt, als er sich Mitte der 90er Jahre um die (nicht verwirklichte) Rekonstruktion des Frunse-Kaufhauses beworben hatte und sich später (bisher allerdings erfolglos) an fast jeder großen Ausschreibung beteiligte.
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Moneo und Chipperfield blicken zum ersten Mal in ihrer Karriere Richtung nördliche Hauptstadt. Moneo ist unter anderem bekannt für die Rekonstruktion des Prado-Museums in Madrid; Chipperfield plante zuletzt den neuen Eingangsbereichs der Museumsinsel in Berlin.
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Dass Petersburg jede Art von „Extremismus“ und High-Tech ausschließen will, zeigt die Tatsache, dass der Brite Norman Foster dieses Mal nicht nur nicht zum Wettbewerb eingeladen wurde, sondern nicht einmal einen Platz in der Jury bekommen hat, die über den Sieger entscheiden wird.
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Namhaft sind auch die russischen Wettbewerbsteilnehmer: Nikita Jawejn baut gerade für die Eremitage den Ostflügel des Generalstabsgebäudes um. Gerassimow und Tschoban haben das ebenfalls heiß umstrittene Bauvorhaben unter dem Platz des Aufstandes geplant und sind die Autoren des Entwurfs zum neuen Rathaus neben dem Smolny.
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Diesmal ohne Pleite?
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Angesichts der Finanzkrise scheint das seit Langem geplante Bauvorhaben mit einem Umfang von ca. zwei Milliarden Dollar ein riskantes Unternehmen zu sein. Getragen wird es von „Peterburg City“, einem Unternehmen der Wneshtorgbank (VTB).
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Die Petersburger Stadtregierung ist sich jedenfalls sicher, dass sich weder die Finanzkrise noch die Skandale um andere moderne Bauten in Petersburg negativ auf das Vorhaben an der Europa-Uferstraße auswirken werden. Garant sei „die Finanzierung durch Privatinvestoren ohne staatliche Einmischung“.
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Die Europa-Uferstraße zwischen der Börsen- und der Tutschkow-Brücke sieht den Abriss des dort befindlichen Chemischen Instituts und die anschließende Errichtung eines Tanzpalastes für die Balletttruppe von Boris Ejfman, von Elite-Wohnungen, Büro- und Geschäftshäusern sowie eines Hotels vor. Die Fertigstellung soll 2016 erfolgen.
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