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| Sammeltaxis haben in Russland einen üblen Ruf wegen Sicherheitsmängeln und riskanter Fahrweise (Foto: Deeg/.rufo) | |
Montag, 27.10.2008
Blutbad an Bushaltestelle: Sechs Tote bei Unfall
St. Petersburg. Die Stadt ist geschockt wegen eines Verkehrsunfalls mit sechs Toten: Eine „Marschrutka“ war am Sonntag in eine Haltestelle gerast. Unter den Toten sind auch drei Kinder.
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Das Unglück ereignete sich am Sonntagnachmittag auf der Tallinner Chaussee: Ein stadtauswärts fahrender Bus der Sammeltaxi-Linie 81 schleuderte über die Gegenfahrbahn und zertrümmerte dort ein Haltestellenhäuschen, wo zahlreiche Menschen vor dem Regen Schutz gesucht hatten.
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Unglücksursachen noch unklar Fünf Personen starben am Unfallort, ein sechstes Opfer später im Krankenhaus. Neun Menschen mussten ebenfalls zur Behandlung eingeliefert werden, sechs weitere konnten an Ort und Stelle behandelt werden. Unter den Verletzten ist nur ein einziger Insasse des kompakten Busses der chinesischen Marke Yutong. Der relativ neue Bus wurde bei dem Unglück nur gering beschädigt – er verließ den Ort des Haltestellen-Massakers später mit eigener Kraft.
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Widersprüchlich sind noch die Berichte, wie es zu dem dramatischen Unfall kam: Angeblich wollen Augenzeugen beobachtet haben, dass vor dem Bus ein alter, beiger Wolga unvermittelt und ohne zu blinken die Spur wechselte, berichtete die Internetzeitung „fontanka.ru“. Als der Busfahrer nach links auswich, sei sein Fahrzeug ins Schleudern geraten.
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7.300 Euro Belohnung Das Busunternehmen „Piterauto“ setze eine Belohnung von 250.000 Rubel (rund 7.300 Euro) für Hinweise zur Ermittlung des Wolga-Fahrers aus – und versuchte jeden Verdacht gegen sich zu zerstreuen: Der Busfahrer sei ein Einheimischer, seit neun Jahren bei der Firma und mit 23 Jahren Lenkerfahrung. Auch sei er hinreichend ausgeruht gewesen.
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Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft zeichnete am Montagabend aber aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse ein anderes Bild: Kein Zeuge, nicht einmal der festgenommene Busfahrer selbst, habe den angeblichen beigen Wolga gesehen.
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Womöglich „Aus“ für „Piterauto“ Vielmehr hätte der Busfahrer offenbar eine rote Ampel voraus zu spät bemerkt – und wollte eine Kollision mit den davor wartenden Fahrzeugen vermeiden. Bei seinem Brems- und Ausweichmanöver sei der Bus dann ins Schleudern geraten.
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Der Unfall könnte sich auch für das Busunternehmen tödlich auswirken: Schon siebenmal hatte in diesem Jahr das Verkehrsministerium gegen „Piterauto“ bei Gericht wegen wesentlicher Verstöße gegen die Beförderungsbestimmungen einen Lizenzentzug beantragt – bislang ohne Erfolg.
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