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| Bombe statt Burger: Rätselhafter Anschlag in einem Schnellimbiss am Newski (Foto: fontanka.ru) | |
Montag, 19.02.2007
Bombe bei McDonald’s am Newski: Fahndung läuft
St. Petersburg. Die Polizei sucht nach einem jungen Mann, der kurz vor der Explosion in einem McDonald’s-Lokal am Newski wegen seiner Nervosität aufgefallen war. Bei dem Anschlag wurde auch ein Deutscher verletzt.
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Gegen 20.30 Uhr war am Sonntag Abend in dem Schnellimbiss an der Ecke des Newski Prospekt und Uliza Rubinsteina ein Sprengsatz explodiert. Fünf Mädchen und Frauen sowie ein 38 Jahre alter deutscher Tourist wurden verletzt. Am Montag Vormittag befand sich aber nur noch eine Leidtragende im Krankenhaus, die anderen waren nach Hause oder zur ambulanten Behandlung entlassen worden.
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Der Sprengsatz war nach heutigen Erkenntnissen der Ermittler schwächer als zunächst gemeldet: Nun geht man statt von 200 von einer Sprengkraft von 75 bis 100 Gramm TNT aus. Der Tisch, unter dem die Bombe versteckt worden war, wurde zerfetzt, eine Zwischendecke brach teilweise herunter und alle Fensterscheiben des Lokals barsten oder wurden herausgedrückt.
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Rowdytum - oder Mordversuch?
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Von einem jungen Mann wurde inzwischen ein Phantombild angefertigt. Er war Lokalbesuchern kurz vor der Explosion ganz in der Nähe wegen seiner Nervosität aufgefallen. Auch habe er wiederholt auf die Uhr gesehen. Die Polizei ist sich aber nicht sicher, dass er er unbedingt etwas mit der Tat zu tun hat.
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Polizeivertreter sprachen am Tatort zunächst von “Rowdytum“ als Motiv. Die Staatsanwaltschaft leitete dann aber doch in der Nacht ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes an mehreren Menschen ein. Inzwischen, so der Nachrichtenkanal Vesti, gingen die Ermittler aber nicht mehr davon aus, dass die Täter hatten Menschen töten wollen.
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”Destabilisierung der Lokalwahlen im März”
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Trotz des geringen Sachschadens und des eher glimpflichen Verlaufs für die Personen in der Nähe ist die Aufregung, die die Tat hervorrief, groß.
Wadim Tjulpanow, der Vorsitzende des Petersburger Stadtparlaments, sprach von einem Versuch, die Lage in Petersburg vor den städtischen Wahlen am 11. März zu destabilisieren. Er sei dagegen, einen solchen Vorfall als Rowdytum herunterzuspielen: Jede Bedrohung der Gesundheit unschuldiger Menschen sei ein schweres Verbrechen, so Tjulpanow.
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Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einem Sprengstoffanschlag auf ein Blumenkiosk, bei dem am 4. Februar eine Verkäuferin verletzt worden war. Er ereignete sich nicht unweit des McDonald's-Lokals an der Metrostation Wladimirskaja.
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“Bomben statt Essen“ – Bandenkrieg zwischen links und rechts?
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Besonderes Augenmerk dürften die Ermittler jetzt auch auf einige radikale Jugendgruppen vom linken wie rechten Rand des politischen Spektrums richten. Zwischen Nationalisten und „Antifa“-Aktivisten war es in der Vergangenheit in St. Petersburg immer wieder zu gewaltsamen Konflikten gekommen – bis hin zum Mord.
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Just sonntags verteilen die Antifaschisten schon seit längerem in der Nähe des Tatorts unter dem Titel „Essen statt Bomben“ warme Mahlzeiten an Obdachlose. Gut möglich, dass dies nun jemanden zu einer Tat nach dem Motto „Bomben statt Essen“ animierte.
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Ebenfalls an einem Sonntagabend im November 2005 war der Student und Antifa-Aktivist Timur Katscharawa nach der Essensausgabe-Aktion von rechtsradikalen Jugendlichen auf offener Straße erstochen worden.
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Erst im Dezember waren Mitglieder und der Anführer der rechtsradikalen Schlägergruppe „Mad Crowd“ zu Haftstrafen verurteilt worden, die neben Prügelüberfällen auf Ausländer 2003 auch eine Mcdonald’s-Filiale in der Stadt überfallen und die Einrichtung zertrümmert hatten. (ld/rufo)
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