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| Kronstadter Kathedrale/foto:Deeg | |
Donnerstag, 08.08.2002
Der Kreuzfall von Kronstadt
St. Petersburg. Sieben Meter lang und vier Meter breit war das gigantische Kreuz, das am Mittwoch auf der Kuppel der Meeres-Kathedrale von Kronstadt installiert werden sollte. Aufgrund eines Fehlers in der Sicherung oder im Aufzug der Seile riss es sich bei der Montage jedoch los und stürzte aus 80 Metern in die Tiefe. Obwohl sich eine Menge Schaulustiger auf dem Platz vor der Kirche angesammelt hatten, wurde zum Glück niemand verletzt. Das mit 300 Gramm Blattgold verzierte Metallkreuz ist allerdings zu nichts mehr zu gebrauchen.
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Die Montage des neuen Kreuzes auf der Kathedrale der unweit von St. Petersburg auf einer Insel im Finnischen Meerbusen gelegenen Festungsstadt Kronstadt sollte eigentlich schon Mittwoch Mittag über die Bühne gehen. Doch dann kam es zu Verzögerungen: Erst musste der Einsatz des Hubschraubers endgültig genehmigt werden, dann erwies sich, dass die Kuppel für die in luftiger Höhe auszuführenden Arbeiten nicht ausreichend ausgestattet war. Als es endlich losging, war es bereits zehn Uhr am Abend.
Wie immer bei solchen Unannehmlichkeiten, ist man jetzt auf der Suche nach dem Schuldigen. Laut Nachrichtenagentur fontanka.ru war die Leitung des Leningrader Flottenstützpunkts, in dessen Zuständigkeitsbereich die Kathedrale fällt, bis zuletzt gegen die Montage, da sie nicht ausreichend vorbereitet war. Der Sponsor der Kreuzerrichtung, ein Petersburger Baukonzern, wollte das Kreuz jedoch zum Jahrestag der "Kursk"-Katastrophe am 12. August an Ort und Stelle haben.
Kronstadter Gläubige sahen in dem Unglück dagegen ein höheres Zeichen: Die Kathedrale sei schließlich entweiht, da sie nicht als Gotteshaus, sondern als Seemanns-Club und Museum diene. An der Stelle, wo sich einst der Altar befand, stehen jetzt die Toiletten. (sb/rUFO)
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