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| Stolze Frauenstatuen gibt es viele in St. Petersburg, nur die Gattin des Matrosen kriegt keine. Foto: Mrozek/.rufo | |
Dienstag, 15.03.2005
Der Matrose kriegt wieder keine Frau
St. Petersburg. Auch im vierten Anlauf ist der Wettbewerb um den besten Entwurf zu einer allegorischen Darstellung der Gattin des Petersburger Seemanns kläglich gescheitert. Zwar rief die Jury drei Projekte als Sieger aus, ist aber mit keiner einzigen zufrieden. Da blieb nur eins: Die Öffentlichkeit zu trösten, dass der Sockel für das Denkmal auf jeden Fall in der Mündung des Smolenka-Flüsschens zu stehen kommt.
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Der Wettbewerb war im Dezember 2003 ausgeschrieben worden (aktuell.ru berichtete), im Laufe des letzten Jahres hatte eine Expertenkommission drei Mal die eingereichten Entwürfe bewertet. Dutzende von Matrosenfrauen waren für untauglich erklärt worden. Die einen sahen den Kunstzensoren zu sehr nach „Beerdigung und Trauer“ aus, die anderen gemahnten dagegen allzu an die Damen, die Matrosen beim Landgang in einem fremden Hafen zuweilen aufzusuchen belieben.
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Eine dritte Kategorie hatte zu wenig Anbindung an die maritime Thematik und hätte ebenso als Frau des Maschinisten, Piloten oder Agenten durchgehen können. Aus dem ganzen Angebot wurden dann im November schließlich zwei Entwürfe ausgesiebt und ihren Autoren eine ernsthafte Überarbeitung ans Herz gelegt. Die eine Dame sollte dann an der Smolenka aufgestellt werden, die andere eine Grünanlage schmücken.
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Kein Projekt kam auf den Punkt Auf ihrer turnusmäßigen Sitzung kam die geplagte Jurynun am Montag zum Schluss, dass die korrigierten Seemannsgattinnen noch schlechter seien als vorher. „Es gibt keinen hundertprozentigen Treffer“, erklärte ein Jurymitglied. Ein plötzlich aufgetauchtes drittes Projekt (dargestellt ist eine Frau mit einer Laterne in der erhobenen Hand) will nun bei der letzten anberaumten Runde am 31. Mai ein Wort mitsprechen.
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Ob es so bald zu einer Entscheidung kommt, ist wenig wahrscheinlich. Das einzige, was die Kommission garantiert, ist die Aufstellung des Sockels an der Smolenka. Wenn dann endlich eine Statue für würdig befunden wird, die Seemannsgattin zu verkörpern, müssen noch fünf Millionen Rubel für deren Anfertigung aufgetrieben werden. Aus all diesem bleibt nur der Schluss zu ziehen: Petersburg wird noch lange auf seine Matrosenfrau warten müssen. (sb/.rufo)
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