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| Foto: tvpiter.ru | |
Donnerstag, 13.03.2003
Die engste Straße mit den meisten Betten
St. Petersburg. Dass es Petersburg an Mittelklasse-Hotels mangelt, ist inzwischen ein Allgemeinplatz erster Güte. Eine originelle und zugleich flächendeckende Lösung des Problems haben sich die Stadtväter im Smolny erdacht. Statt hier und da eine Herberge in die Landschaft zu setzen, möchten sie die Bettenburgen lieber gleich auf einer einzigen Straße konzentrieren. Erkoren wurde dazu die engste Straße der Stadt – die uliza Repina auf der Wassili-Insel.
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Die kleine gemütliche Gasse zwischen dem Rumjanzew-Garten an der Akademie der Künste und dem Sredni Prospekt liegt abseits der lärmenden Welt. Ein wenig vergessen und verträumt ist sie, umsäumt von ein- bis zweistöckigen Häusern aus dem vorvorherigen Jahrhundert. Ein altes Viertel mit Flair, wo jeder Anwohner ganz sicher den anderen kennt. Eine Bank zum Ausruhen im Hof und Blumenbeete gehören hier zum Alltag. Ortsfremde finden nicht leicht den Weg in diese Idylle, und wenn, dann freuen sie sich über dieses kleine Stück Italien in der Anonymität der Megapolis.
Sollten jedoch die Pläne der Stadtregierung Wirklichkeit werden, wäre es vorbei mit der Kleinstadtstimmung auf Petersburgs größter Insel. In den Häusern Nr. 5 und 9, 6 und 8, 18 und 20, 20-22 sowie zwischen den Häusern 13 und 17 sollen Mini-Hotels eingerichtet werden. Auf Anordnung von Gouverneur Jakowlew wird in allernächster Zeit mit der Ausarbeitung von Investitionsplänen begonnen. Die Touristen werden ihre helle Freude haben. Die Anwohner, wie so oft bei solchen Projekten, haben nur das Nachsehen.
(sb/rUFO)
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