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| Im Singer-Haus soll der Geist des Ortes auch weiterhin wehen. Foto: kunst.ru | |
Mittwoch, 27.02.2008
Eine Rote Liste vom Aussterben bedrohter Geschäfte
St. Petersburg. Um dem massenhaften Verschwinden historischer Plätze Einhalt zu gebieten, erstellt die Stadtregierung eine Rote Liste. Darin stehen bereits u. a. das „Haus des Buches“ und das Jelissejew-Geschäft.
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Nicht nur Häuser mit wertvoller Bausubstanz werden in den letzten Jahren Opfer der Erneuerungswut in der Petersburger Altstadt – auch seit Jahrzehnten ansässige Läden und Cafés müssen immer öfter Imbissen und Modegeschäften weichen.
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Damit soll es nun eine Ende haben – auf einer Sitzung der Stadtregierung hat die Leiterin der Denkmalschutzbehörde Vera Dementjewa das Projekt „Rote Liste“ vorgestellt, das vor dem Verschwinden bedrohte öffentliche Einrichtungen retten soll.
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Der Genius loci von St. Petersburg
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Dementjewa bemühte den „Geist des Ortes“ (Genius loci), um ihr Ansinnen zu begründen. Jeder historische Ort habe eine unverwechselbare Aura, die es gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit zu bewahren gelte.
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Es sei äußerst wichtig, dass im restaurierten Singer-Haus eben keine Boutique oder Baufirma unterkomme, sondern das „Haus des Buches“ seinen alten Platz einnimmt. Ähnliches gelte für den Jelissejew-Lebensmittelladen (Newski 56) oder das „Literaturcafé“ (Newski 18).
Auf der Liste stehen weiterhin u. a.: die Petrischule (hinter der Petrikirche, Newski 22-24), das Juwelierhaus Fabergé (Bolschaja Morskaja 24), der Club Kamtschatka (ul. Blochina 15) und die Apotheke von Wilhelm Poehl (7. Linie 16-18). Bisher enthält die Rote Liste 16 Adressen, doch bereits bei der Vorstellung des Vorhabens kamen neue Vorschläge hinzu.
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Geschäftswelt fürchtet eine Verzerrung der Realität
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Juristisch ist die Einführung der Roten Liste noch nicht ausgearbeitet. Bis das soweit ist, werden die neuen Besitzer oder Käufer von Gebäuden mit „vom Geist beseelten Plätzen“ mündlich instruiert werden, verlautet aus dem Smolny.
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Ihrerseits werden schon jetzt Bedenken laut. So sieht Wassili Sopromadse, Präsident des Baukonzerns „Korporazija S“, eine Einmischung in die Marktmechanismen und befürchtet immer mehr Auflagen und immer weniger Genehmigungen zum Bau in der historischen Innenstadt.
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Sopromadse weiß, wovon er spricht – seine Firma erbaute das moderne Kaufhaus hinter der Kasaner Kathedrale und war am Entwurf eines Wohnhauses am Michael-Garten beteiligt. Unter anderem diese Objekte waren es, die bei der Petersburger Bevölkerung auf Widerstand stießen und kontroverse Diskussionen um die Frage auslösten, was in der Innenstadt schützenswert ist und wo die Moderne in die alte gewachsene Substanz eindringen darf.
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