|
Dienstag, 21.05.2002
Empfindliche Sanktionen gegen Metro-Flicker
St. Petersburg (rUFO/sb) Inzwischen spricht auch Petersburgs Gouverneur Wladimir Jakowlew mehr oder minder offen aus, was sowieso alle ahnen: Bis zum Jubiläum im nächsten Jahr wird es nichts mit der Wiederherstellung der unterbrochenen Metrolinie im Norden der Stadt. Technische Probleme und mangelnde Finanzierung aus dem Staatsbudget haben mal wieder alle Fristen über den Haufen geworfen. Das ist nichts Neues, aber nun platzt dem Smolny der Geduldsfaden: Die mit den Arbeiten betraute italienisch-schwedische Firma „Impregilo/NCC“ soll wegen Nichteinhaltung der Fristen eine saftige Vertragsstrafe zahlen.
|
|
Bereits Ende März sollte der erste der beiden neuen Umgehungstunnel fertig sein. Unerwartete Probleme mit der Feuchtigkeitsisolierung der Tunnelwände stoppten die Verlegung des Tunnels jedoch nach nur 130 von 800 Metern. Seit mehr als zwei Monaten stehen die Arbeiten still. Ihre Fortsetzung ist für den 10. Juni geplant. Die Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen den Metrostationen „Lesnaja“ und „Pl. Muschestwa“ zum Stadtjubiläum im Mai 2003 rückt damit in immer weitere Fernen.
Für jeden Tag des Stillstands soll „Impregilo/NCC“ nun 30.000 US-Dollar zahlen – oder besser: die Summe wird bei der Abrechnung am Ende der Arbeiten abgezogen. Überraschend kommt diese Entscheidung nicht, denn der zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer geschlossene Vertrag sieht diese Modalität vor. Schon heute ergeben 46 Tage Pause 1,38 Millionen Dollar.
Als maximale Konventionalstrafe sind fünf Millionen Dollar festgelegt. Wird diese Summe überschritten, hat der Auftraggeber das Recht, den Vertrag aufzukündigen. Davon spricht zurzeit noch niemand, aber nach Informationen der Tageszeitung „Kommersant“ hält „Metrostroi“-Chef Wadim Alexandrow bereits für alle Fälle nach einem neuen Bohr-Unternehmen Ausschau und ist auch bereits bei einer deutschen Firma mit entsprechender technischer Ausrüstung fündig geworden.
Sollte es so weit kommen, müssen sich die Petersburger auf eine weitere Langzeitbaustelle a la Hochwasserdamm einstellen. Aller guten Dinge (und schlechten auch) sind drei, denn auch das Prestigeobjekt Umgehungsautobahn kann man nach dem heutigen Stand der Dinge getrost in diese Kategorie einreihen. Doch das ist schon wieder ein Thema für sich.
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>