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| Blick auf die Eremitage (Foto: Archiv) | |
Dienstag, 08.08.2006
Eremitage-Raub: Zwei Verdächtige festgenommen
St. Petersburg. Mehr und mehr geraubte Kunstgegenstände aus der Eremitage tauchen wieder auf. Die Polizei nahm inzwischen zwei Verdächtige fest. Die Kulturbehörde denkt nun über Sanktionen gegen das Museum nach.
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Im Zusammenhang mit dem kürzlich aufgedeckten Verschwinden von 221 Kunstwerken aus der Eremitage-Abteilung für russische Kultur wurden am Wochenende zwei Männer verhaftet. Einer davon ist der 54jährige Nikolai Sawadski, der Mann der kürzlich verstorbenen Kustodin der Sammlung.
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Bei Sawadski wurden etwa 100 Quittungen für die Hinterlegung von Kunstgegenständen in verschiedenen Leihhäusern gefunden. Ob sich darunter auch Werke aus der Eremitage befinden, wird zurzeit überprüft. Auch sein Sohn, der bis 2004 in der Eremitage arbeitete, gehört zum Kreis der Verdächtigen.
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Acht Exponate sind inzwischen wieder aufgetaucht
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Bei dem zweiten Verhafteten handelt es sich um den 38 Jahre alten Petersburger Kunstsammler Maxim Schepel. Er hatte 2004 einen Abendmahlskelch nach Moskau weiterverkauft, der zu den gestohlenen Kunstwerken gehörte und vor wenigen Tagen von einem Moskauer Antiquariat an die Eremitage zurückgegeben worden war.
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Von den 221 entwendeten Gegenständen sind bis heute acht wieder aufgefunden worden. Dabei handelt es sich zumeist um Ikonen und Kirchengeschirr. Der Aufruf an die Antiquitätenhändler, ihre Bestände auf die verschwundenen Werke zu überprüfen, hatte Erfolg, denn fast alle wieder aufgetauchten Exponate strandeten in russischen Antiquitätenläden.
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Schwydkoi sinnt auf Strafe
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Der Ex-Kulturminister und heutige Leiter der Staatsagentur für Kultur und Kinematografie, Michail Schwydkoi, sagte unterdessen der Internetzeitung Gazeta.ru, seine Behörde und die Kulturschutzbehörde würden der Eremitage eine Strafe auferlegen.
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Dabei ginge es natürlich nicht um den Rücktritt von Direktor Michail Piotrowski, sondern um die Bestrafung des Hauptkustos der Abteilung für russische Kultur. Schwydkoi betonte ein weiteres Mal, das System der Kontrolle und Überwachung der Bestände der Eremitage zeige immense Mängel auf.
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In nächster Zeit wollen die Kulturbeamten den Zeitplan der turnusmäßigen Museumskontrollen modifizieren und in mehreren großen russischen Museen Überprüfungen anberaumen. Das Problem der unsachgemäßen Handhabung von Museumsgut ist ein allgemeinrussisches Phänomen und beschränkt sich keineswegs auf die Petersburger Eremitage.
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(-sb/.rufo)
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