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| Der Anschlag auf eine Bahnlinie in St. Petersburg führt womöglich ins rechtsradikale Lager. (Foto: newsru.com) | |
Mittwoch, 03.02.2010
Explosion in Petersburg: Stecken wieder Nazis dahinter?
St. Petersburg. Nach der Explosion am frühen Dienstagmorgen auf einer Bahnstrecke in St. Petersburg rücken die Experten immer mehr von der Version eines Terrorakts ab. Dafür brüsten sich Neonazis im Internet mit der Tat.
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Bei der Explosion waren ein Stück Gleis und eine Draisine leicht beschädigt und deren Fahrer verletzt worden. Die Strecke war bis in den Mittag hinein gesperrt, was in Petersburg zum Ausfall der Vorortbahnen Richtung Oranienbaum und Krasnoje Selo führte.
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Viele Menschen kamen mit erheblichen Verspätungen zur Arbeit, vor dem Baltischen Bahnhof bildeten sich riesige Menschenschlangen vor den Bussen und Sammeltaxis. Auf den Gleisen versuchte derweil eine umfangreiche Untersuchungskommission, der Ursache der Explosion auf die Spur zu kommen.
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Böse Erinnerungen Passiert war eigentlich nicht viel, aber die Ermittler waren gewarnt – erst Ende November hatte eine Detonation auf der Strecke nach Moskau den Schnellzug Newski Express entgleisen lassen. Dutzende Menschen waren dabei ums Leben gekommen.
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Ganz oben auf der Liste der Ursachen stand dementsprechend ein Terroranschlag. Inzwischen rücken die Ermittler von dieser Version aber wieder ab. Es sähe ganz nach dem „Werk von Dilettanten“ aus, die „islamische Terroristen nachahmen wollten“, sagte ein Experte gegenüber der Zeitung „Nowyje iswestija“.
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Wladimir Markin, offizieller Vertreter des Ermittlungskomitees bei der Staatsanwaltschaft, ist der Meinung, „irgendwelche Verbrecher wollten nur die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen“.
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Viel Lärm für die Medienwirksamkeit Auf der Strecke fahren weder Passagierfernzüge noch Güterzüge, und bis zur ersten „Elektritschka“ war noch eine volle Stunde Zeit. „Und auch die wäre kaum beschädigt worden“, sagt Markin weiter: „Da wollten ein paar Verbrecher nur ordentlich Lärm machen!“
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In den Lärm stimmen gleich mehrere neonazistische Websites ein. Unter ihnen ist erneut die Gruppierung „Nationalsozialismus – White Power“, die vor wenigen Wochen ein Video ins Netz gestellt hatte, das die Ermordung eines Studenten aus Ghana zeigte (Russland-Aktuell berichtete).
Erst der Anfang? Mit dem Anschlag wollten sie das heidnische Lichtfest begehen, das auf den 2. Februar fällt. Die Aktion bezeichnen sie als „Übungsliquidierung an der Station Bronewaja“. Sie solle zeigen, dass es „starke Jungen und Mädchen gibt, die in der Lage sind, mit der Waffe in der Hand die Ideale der weißen Bewegung zu verteidigen“.
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Die rechtsradikale Version werde „sehr sorgfältig geprüft“, schreibt der „Kommersant“ am Mittwoch. Die Petersburger Gruppierung könnte womöglich eine Moskauer Nazibande nachahmen wollen, die 2008 mehrere Anschläge und Morde verübt hatte.
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Sie hatten auch mit Diversionen an Bahnlinien angefangen. Ziel war die Sprengung des Passagier- zuges Moskau-Baku, aber die konnte zum Glück rechtzeitig verhindert werden.
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