Zwei Tote lagen nach dem Unfall auf dem Trottoir des Newski Prospekts (Foto: fontanka.ru)
Donnerstag, 04.02.2010
Horror am Newski: Omnibus rast auf den Gehsteig
St. Petersburg. Zwei Tote und acht Verletzte – so lautet die Bilanz eines Unfalls, der sich gestern auf Petersburgs Newski Prospekt ereignete: Ein städtischer Linienbus raste in die Fußgänger auf dem Gehweg.
Ähnliche Unfälle haben sich schon mehrfach in St. Petersburg ereignet. Doch diesmal war es keine kommerzielle „Marschrutka“, sondern ein Bus des städtischen Verkehrsbetriebs „PassagierAwtoTrans", der ein Blutbad verursachte.
Das Unglück geschah gegen 16.30 Uhr kurz hinter jener Stelle unweit des Plotschtschad Wosstanija, wo seit Jahren ein Bauzaun Fahrbahn und Trottoir einengt. Ein Bus der Linie 15 rauschte nach dem Spurwechsel offenbar ungebremst von der Fahrbahn auf den belebten Gehsteig, rammte eine Reklametafel und blieb erst knapp vor den Fenstern eines Cafes stehen.
Zwei Frauen im Alter von 22 und 37 Jahren wurden getötet. Nach Zeugenaussagen wurden sie allerdings nicht von dem Bus erfasst, sondern von der umgerissenen Werbetafel. Acht Personen, darunter eine schwangere Frau und ihr drei Jahre altes Kind, erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Insassen des Busses kamen offenbar nicht zu Schaden.
Plünderer bereicherten sich an Unfallopfern
Wie fontanka.ru berichtet, wurden anschließend einige Passanten beobachtet, die nicht Erste Hilfe leisteten, sondern den Opfern Telefone und Geldbeutel abnahmen.
Möglicherweise wurde der Unfall durch einen technischen Defekt verursacht: Der Busfahrer sagte aus, dass die Bremse plötzlich nicht reagiert habe, berichtet Fontanka.ru. Der Fahrer blicke auf 30 Jahre Berufserfahrung zurück. Den verunfallten Bus habe er an diesem Tag allerdings zum ersten Mal gesteuert.
Die Fahrbahn war zu dieser Zeit nass und zum Teil mit Schneematsch bedeckt. Die Busspur am Fahrbahnrand war stellenweise durch Schmelzwasser geradezu überflutet.
Die zwei Türme: Die goldene Kuppel der Isaaks-Kathedrale und die Nadel der Admiralität markieren weithin sichtbar das Petersburger Stadtzentrum. (foto: ld/rufo)