Dienstag, 25.10.2011

Interpol macht in SPb. Ukrainer zum 2. Mal dingfest

Interpol hat in Petersburg einen dicken Fisch an Land gezogen - schon zum zweiten Mal. (Foto: fontanka.ru)
St. Petersburg. In Petersburg hat die Polizei einen international gesuchten Ukrainer verhaftet, der ihr vor Jahren schon einmal in die Fänge geraten war. Der Mann soll u. a. 1993 in Polen den Neffen von Lech Walesa ermordet haben.
Nach dem Mann, der seit Jahren unter dem falschen Namen Sergej Sergejew in Petersburg gelebt hat, wurde seit fast 20 Jahren international gefahndet. 2009 war es der Petersburger Miliz schon einmal gelungen, ihn festzunehmen.

Damals saß er einige Monate in Untersuchungshaft. Nach Informationen des Petersburger Stadtportals Fontanka.ru wurde er auf freien Fuß gesetzt, weil die Ukraine es nicht geschafft hatte, in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist einen Auslieferungsantrag zu stellen.

Aufgestanden und einfach gegangen


Er schnupperte aber nur kurz Freiheitsluft, denn im Handumdrehen wurde er erneut verhaftet und auf eine Milizwache im Kalinin-Stadtbezirk gebracht, weil er sich anscheinend illegal in Petersburg aufhielt. Während sein Anwalt die Angelegenheit in die Hände nahm, saß Sergejew allein auf einer Bank im Flur der Wache.

Laut Fontanka.ru „stand er irgendwann einfach auf und ging“. Diese Version klingt tatsächlich ein wenig abenteuerlich; die Milizwache weist sie denn auch weit von sich und sagt, Sergejew hätte die Gültigkeit seiner Papiere nachweisen können und wäre daraufhin auf freien Fuß gesetzt worden.

Versuch Nummer zwei


Wie dem auch sei: Sergejew, der verdächtigt wird, 1993 den Neffen des damaligen polnischen Präsidenten Lech Walesa umgebracht und weitere Auftragsmorde begangen zu haben, ist Interpol erneut in die Fänge geraten.

Die Ukraine als Heimatland des Mannes hat jetzt also eine zweite Chance, innerhalb der gebotenen Frist von 40 Tagen einen Auslieferungsantrag zu stellen.