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| Der Kampf der Architekten um Neu-Holland bleibt bis zum letzten Tag spannend. (Bild: eva/.rufo) | |
Dienstag, 07.02.2006
Kampf der Baugiganten um Neu-Holland
St. Petersburg. Aus den drei Finalisten bei der Ausschreibung zur Neugestaltung des Petersburger Stadtteils Neu-Holland wird kommende Woche der Sieger bestimmt. Auch deutsche Architekten sind noch im Rennen.
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Bis zum 12. Februar werden die Modelle der Planungsbüros noch öffentlich ausgestellt. Besucher dürfen in einem Gästebuch ihren Kommentar zu den Projekten abgeben. Die Behörden haben bei der Eröffnung versprochen, die Volksmeinung auch ernst zu nehmen. Den Zuschlag wird am 14. Februar aber wohl dennoch derjenige Entwurf bekommen, der die harten wirtschaftlichen Bedingungen am besten erfüllt.
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Investionsvolumen als wichtigstes Auswahlkriterium
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Weil bei vielen Petersburger Bauvorhaben mehr das Geld als die Fantasie fehlt, ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien der Ausschreibung wirtschaftlicher Art: Die Sieger müssen mindestens 300 Millionen Dollar an Investitionen selbst in das Projekt einbringen. Die Teilnahme-Bedingungen sehen auch vor, dass das neue Neu-Holland einen Saal für Festivals, einen Komplex mit Büroräumen und eine unterirdische Garage enthalten muss.
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Die Rekonstruktion des Viertels, an der die Leningrader Behörden schon vor zwanzig Jahren herumplanten, gehört neben der neuen Bühne des Mariinski-Theaters sicher zu den prestigeträchtigsten Projekten der Stadt. Der knappe vorhandene Platz auf einer Insel und ihr sandig-feuchter Baugrund sowie teils unter Denkmalschutz stehende Bauten stellen die Architekten vor große Herausforderungen. Deshalb erstaunt es nicht, dass sich in der Endauswahl eine Reihe international renommierter Büros befindet.
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Norman Foster: Amphitheater mit 3000 Plätzen
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Gemeinsam mit dem zur ST-Gruppe gehörenden Unternehmen „ST-Nowaja Gollandia“ bewirbt sich der britische Architekt und Lord Norman Foster, der mit der Rekonstruktion des Berliner Reichstags und der Gestaltung des Londoner Trafalgar Square berühmt geworden ist. Seine Vision der Petersburger Insel umfasst unter anderem ein Amphitheater mit rund 3.000 Sitzplätzen sowie einen Konzertraum an der Stelle des ehemaligen Marine-Gefängnisses. Daneben sollen auch ein Kunstmuseum und ein Hotelkomplex gebaut werden. Die Investitionssumme veranschlagt Foster auf 320 Millionen Dollar.
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Erik Van Egeraat: 200 Elitewohnungen
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Der Holländer Erik Van Egeraat, ist beim russischen Publikum bereits durch sein aus fünf Glastürmen bestehendes „Avantgarde“-Projekt in Moskau bekannt geworden. Der Star-Architket geht mit der von der schwedischen Ruric AB kontrollierten OOO NHA Group ins Rennen. Die Besonderheit seines Neu-Holland-Modells sind rund zweihundert Elite-Wohnungen. Da die Stadtregierung jedoch für diesen Standort keinen Wohnraum vorgesehen hat, werden dem Projekt wenig Siegeschancen eingeräumt. Egeraat beziffert das Investionsvolumen auf satte 480 Millionen Dollar.
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Engel und Zimmermann: Theater im ehemaligen Marine-Gefängnis
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Als dritte Partei beteiligt sich die GmbH „Stroi Holding“ am Wettbewerb, die von der Bayerischen Baubetreuungs GmbH kontrolliert wird. Ihre Architekten, das deutsche Büro Engel und Zimmermann, haben unter anderem den Bau der chinesischen Nationalbibliothek in Peking entworfen. Mit Investitionen von über 530 Millionen Dollar ist ihr Entwurf der teuerste. Das Neuholland-Projekt der deutschen Planer würde auf die historische Bausubstanz zurückgreifen und sieht den Umbau des ehemaligen Gefängnisses in ein zweistöckiges Theater vor.
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(-eva/.rufo)
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