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| Alle Flaggen zu Gast in Petersburg - das wollen die Hoteliers nutzen. (Foto: Ballin/.rufo) | |
Donnerstag, 08.07.2010
Kartellamt gegen überhöhte Petersburger Hotelpreise
St. Petersburg. Alle Jahre wieder: Wenn sich die Delegationen zum Weltwirtschaftsforum im Juni anmelden, schießen in Petersburg die Hotelpreise in die Höhe. Bis zu 800 Prozent, will das Kartellamt wissen.
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Der Föderale Antimonopoldienst – so heißt das Kartellamt in Russland – überprüft 15 Hotels in St. Petersburg, die während des Internationalen Wirtschaftsforums vom 16. bis 20. Juni ihre Zimmer zu überhöhten Preisen verkauft haben.
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Zwischen 30 und 800 Prozent Nach Angaben der Zeitung „Kommersant“ haben die meisten Petersburger Hotels ihre Zimmerpreise angezogen, wobei die Spannweite zwischen 30 und (fast unglaublich anmutenden) 800 Prozent liegen soll.
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Am unverschämtesten in seiner Preispolitik soll (nicht zum ersten Mal) das Hotel „Europa“ gewesen sein, die beste Adresse der Stadt am Newski Prospekt.
Zimmer der Luxuskategorie, die sich bei den Forumsteilnehmern immer großer Beliebtheit erfreuen, kosteten statt üblicherweise 46.600 (knapp 1.200 Euro) plötzlich 380.000 Rubel (9.750 Euro) pro Nacht.
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Häuser wie „Renaissance St. Petersburg“, „Baltic Hotel“ oder „Corinthia Hotel St. Petersburg” schlugen 50 Prozent auf die Preise auf, das “Novotel St. Petersburg“ beschränkte sich auf „bescheidene“ 30 Prozent.
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Warnung der Gouverneurin hat nichts gefruchtet Doch dem war nicht genug: Die meisten Hoteliers machten eine Buchung von mindestens drei oder vier Nächten bei hundertprozentiger Vorkasse zur Bedingung, nutzten also die große Nachfrage während der Weißen Nächte im allgemeinen und während des Wirtschaftsforums im besonderen und das damit verbundene begrenzte Angebot schamlos aus.
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Schon im Mai hatte Petersburgs Gouverneurin Valentina Matwijenko die Preispolitik der Hotels scharf kritisiert. Sie appellierte an das „Verantwortungsbewusstsein der Hotelführungen“ und warnte vor einem Imageverlust der Stadt. Umsonst, wie sich herausstellt.
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Die Warnung, eine solch rabiate Preispolitik könnte im Weiteren Touristen abschrecken und damit im Endeffekt auch den Hotels schaden, schlugen die Hoteliers anscheinend in den Wind. Das Kartellamt ermittelt jetzt, nachdem ein Forumsteilnehmer eine Beschwerde eingereicht hatte.
Ein aussichtsloses Unterfangen? 15 Hotels mit vier und fünf Sternen sowie mehrere Dreisterne-Herbergen auf der Wassili-Insel müssen nun darlegen, mit welcher Begründung sie in der Zeit zwischen dem 16. und 20. Juni 2010 ihre Zimmerpreise erhöht haben.
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Sie müssen möglicherweise mit Klagen wegen Verletzung des Konkurrenzprinzips rechnen. Am Mittwoch war so gut wie kein Hotel bereit, die Situation zu kommentieren. Aus dem „Corinthia“ verlautete jedoch, die Preise seien „in der Hochsaison die ganze Zeit gleich“.
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Bereits im letzten Jahr hatte das Kartellamt gegen elf Petersburger Hotels ermittelt, die in der Zeit des Weltwirtschaftsforums 80-100 Prozent mehr für ihre Zimmer genommen haben sollten. Sie sollten 7,5 Prozent von ihrem Jahresumsatz an Strafe zahlen. Doch daraus wurde nichts.
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Die Hälfte der „Sünder“ sah die Schuld ein und wurde daraufhin von der Strafe befreit, die andere Hälfte erwirkte vor Gericht die Rücknahme der Forderungen. Ähnlich verlief es in Moskau: Während des Eurovision Song Contest 2009 stiegen da plötzlich die Hotelpreise um 20-30 Prozent.
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Das Kartellamt wollte von den Betroffenen eine Zahlung von 15 Prozent ihres Jahresumsatzes einfordern, konnte dies vor Gericht aber nicht erstreiten. Die Richter wiesen die Klage zurück, da sie "keine Rechtsverletzungen feststellen" konnten.
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