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| Kein Urizki-Platz mehr, sondern allein der Schlossplatz! (Foto: ld/.rufo) | |
Dienstag, 13.01.2009
Kein Treffen mehr an der Ecke 25. Oktober und 3. Juli
St. Petersburg. Heute vor 65 Jahren haben mehrere Petersburger Straßen ihre historischen Namen zurückbekommen. Darunter der Newski Prospekt und die Sadowaja uliza. Dies geschah im Vorfeld der Aufhebung der Belagerung.
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Die sowjetische Umbenennungswut hatte die Petrograder/Leningrader Straßen mit voller Wucht getroffen. Der Newski hieß bis 1944 „Prospekt des 25. Oktober“ – in Anlehnung an den Tag (oder besser: die Nacht) des „Oktoberumsturzes“ im Jahre 1917.
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Die Sadowaja musste sich den Namen „Straße des 3. Juli“ gefallen lassen – in Erinnerung an den bolschewistischen Aufruhr in eben jenem Jahr 1917, nach dem Lenin nach Finnland fliehen musste, um dort in sich zu gehen und eben jenen Umsturz vorzubereiten.
Der Litejny Prospekt hieß seit 1918 „Prospekt Wolodarskogo“ – nach einem der „Helden“ dieser revolutionären Sache. Erwischt hatte es auch den Schlossplatz, der bis 1944 still unter der Bezeichnung „Urizki-Platz“ zu leiden hatte. Nur weil ein Mensch namens Urizki dort 1918 von einem Gegenrevolutionär ermordet worden war.
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Die Liste ließe sich ziemlich lange fortsetzen. Bezeichnend ist, dass die Rückbenennung vieler Straßenzüge (längst nicht aller, aber das ist ein anderes Thema) im Januar 1944 geschah, also zu einer Zeit, als sich Leningrad endgültig von der Belagerung zu befreien begann.
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Ein „Geschenk“ des Sowjetregimes
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Alexej Jerofejew, Mitglied der Toponymie-Kommission bei der Petersburger Stadtregierung, meint, der Zeitpunkt der Rückbenennung sei ein Zeichen der Zeit gewesen. Die sowjetisch aufgedrängten Namen hätten nie ein „Leben“ gehabt unter den Stadtbewohnern. Die Leningrader hätten natürlich auf dem Newski und an der Sadowaja gelebt und gewirkt.
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„Vor der Aufhebung der Blockade sollten die Leningrader wohl ein Geschenk bekommen“, sagt Jerofejew. Eben weil niemand vorher diese künstlichen Namen anerkannt hatte.
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„Mein Vater hat mir erzählt, wie sich alle gefreut haben, als sie erfuhren, dass der Newski endlich wieder Newski heißen wird, und der Schlossplatz wieder zum Schlossplatz wurde“, so Jerofejew.
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Genau zwei Wochen nach diesem 13. Januar 1944 war die Belagerung durch die Deutschen endgültig beendet. Und danach ging die seit langem gängige Anekdote: „Wo treffen wir uns: Ecke 25. Oktober und 3. Juli?“ in die Geschichte ein.
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