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| Keine Augenweide: Der Platz vor dem Moskauer Bahnhof in St. Petersburg (Foto: Deeg/.rufo) | |
Dienstag, 06.06.2006
Kein unterirdisches Shopping am Moskauer Bahnhof
St. Petersburg. Die Gegend am Moskauer Bahnhof widersteht stoisch allen Versuchen von Bebauung und Erneuerung: Neben der gigantischen Baugrube am Ligowski Prospekt erweist sich auch der Bahnhofsvorplatz als bauresistent.
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Gerade erst fiel der Entwurf zu einer Shopping-Mall anstelle des Baulochs am Ligowski Prospekt durch den Städtebaurat von St. Petersburg. Die Architekten bemängelten u. a. die „unerhörte Langeweile“ der 230 Meter langen Hauptfassade und gaben den Antragstellern einen Monat Zeit zur Überarbeitung ihrer Vorlagen.
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Immerhin gibt es noch die Hoffnung, dass die nach dem Scheitern der Pläne für eine Hochgeschwindigkeitsbahn seit Jahren brach liegende Riesenbaustelle neben dem Moskauer Bahnhof irgendwann einmal bebaut wird. Die geplanten Umbauten direkt vor dem Bahnhof wird es dagegen – wenn überhaupt – nur in noch fernerer Zukunft geben.
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In jeder Hinsicht zu schwach
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Der Konzern „Interross“ des Oligarchen Wladimir Potanin wollte dort 200 Millionen Dollar investieren, um unter dem Platz mit dem Obelisken ein zweistöckiges Shopping-Center und ein Parkhaus einzurichten. Das Ganze sollte sich an der Einkaufsmeile unter dem Manege-Platz in Moskau orientieren.
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Nun wurde bekannt, dass der Investor sich von seinem Vorhaben zurückzieht. Erstens ist der Baugrund zu weich. Wenn unter dem Platz 12 bis 15 Meter Erde ausgehoben werden, könnten die alten Häuser ringsherum ins Schwanken geraten. Zweitens fürchten die Geldgeber, die investierte Summe könne erst in 15 bis 20 Jahren Gewinn abwerfen.
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Überangebot verhindert Verkehrskollaps
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Fraglich ist auch, ob die Stadt für unterirdische Einkaufszentren die nötige Nachfrage hat. Entsprechende Planungen gibt es auch an der Ecke des Platzes zum Newski hin (obwohl auch dort reelle Ergebnisse auf sich warten lassen). Und die Baugrube am Ligowski Prospekt wird sich trotz aller Probleme früher oder später in ein Geschäftsviertel verwandeln.
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Klar ist auf alle Fälle, dass der Ploschtschad Wosstanija durch die Absage von „Interross“ vor einem völligen Zusammenbrechen des Verkehrs gerettet wird. Hier herrscht schon jetzt permanentes Blechlawinengedrängel – würde der Verkehr noch durch Bauarbeiten eingeschränkt, käme er in der Petersburger Innenstadt zum endgültigen Erliegen.
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(-sb/.rufo)
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