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| Blick auf das Kirow-Stadion (Foto: Deeg/.rufo) | |
Donnerstag, 09.03.2006
Kirow-Stadion: Der Wettbewerb ist eröffnet
St. Petersburg. Die Ausschreibung für die 250 Millionen Dollar teure „Gazprom-Arena“ hat begonnen. Zum Bau der neuen Arena anstelle des alten Kirow-Stadions sind weltbekannte Architekten geladen.
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Eine Voraussetzung für den Architekturwettbewerb war das Streichen der altehrwürdigen Sportstätte auf der Krestowski-Insel von der Liste der föderalen Kultur- und Baudenkmäler. Dies war nicht mehr als eine Formalität, die mit einer Unterschrift von Premierminister Michail Fradkow aus der Welt geschafft wurde.
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Damit ist dieses Musterbeispiel für die Stalin-Architektur der Nachkriegszeit sozusagen zum Abschuss freigegeben. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nun steht dem Abriss und dem folgenden Neubau einer hochmodernen Fußballarena nichts mehr im Wege. Die Entscheidung ist in der sehr auf Tradition bedachten Stadt keineswegs unumstritten.
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Namhafte Jury möchte namhafte Architekten
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Der Beschluss ist jedoch unumkehrbar, denn bereits Ende Juli soll eine von Gouverneurin Valentina Matwijenko und Gazprom-Chef Alexej Miller geleitete Jury den Gewinner bestimmen. Der Wettbewerb wird in zwei Etappen laufen: Bis Ende März ist er offen für alle, dann werden fünf Projekte in die engere Wahl gezogen, aus denen schließlich eins zum Sieger gekürt wird.
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Die Stadt St. Petersburg und Zenits Hauptsponsor Gazprom nennen große Namen, wenn es um die möglichen Autoren des neuen Stadions geht. Ursprünglich wollte Gazprom den Bau selbst finanzieren und dazu die namhaftesten Größen der internationalen Architekturszene einladen.
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Dazu gehörten das Schweizer Architektenteam Jacques Herzog und Pierre de Meuron (2001 Träger des Pritzker-Preises, Erbauer der Münchener Allianz Arena und des Nationalstadions für die Olympischen Spiele in Peking) und der Deutsche Meinhard von Gerkan (er entwarf u.a. das RheinEnergieStadion in Köln und das neue Waldstadion in Frankfurt).
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Auf der illustren Liste stehen weiterhin die Japaner Kisho Kurokawa (Fußball-WM-Stadion „Big Eye“ in Oita) und Toyo Ito sowie der Brite Norman Foster, der den Umbau des Reichstags in Berlin tätigte, das neue Wembley-Stadions in London erbaute und zudem gerade den Zuschlag für die Rekonstruktion von Petersburgs Insel Neu-Holland erhalten hat (aktuell.ru berichtete).
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Die Wettbewerbsbedingungen bergen Sprengstoff
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Doch dann wurde das gesamte Finanzierungsschema umgeworfen. Als Bauherr tritt jetzt die Stadt selbst auf und Gazprom finanziert das Unternehmen durch seine Steuerabgaben an den Stadthaushalt sozusagen durch die Hintertür. Dies hat zur Folge, dass der Wettbewerb offen sein muss und keine persönlichen Einladungen an einzelne Architekten ausgesprochen werden können.
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Darüber hinaus sind die Wettbewerbsbedingungen nicht gerade dazu angetan, Berühmtheiten nach Petersburg zu locken. Der Gewinner wird nämlich lediglich das Recht zur „Beaufsichtigung der Umsetzung seiner Konzeption“ haben, wie der „Kommersant“ schreibt. Die endgültigen Entwürfe sollen Sache anderer Auftragnehmer sein.
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Diese Konstruktion birgt einen ähnlichen Konflikt in sich, wie er bereits im Falle der neuen Bühne des Mariinski-Theaters ausgebrochen war. Nur durch einen handfesten Skandal konnte der Franzose Dominique Perrault durchsetzen, seinen ebenfalls bei einem internationalen Wettbewerb als besten befundenen Entwurf selbst auch in die Tat umsetzen zu dürfen.
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Dieses Mal sind die kuriosen Klauseln bereits in den Wettbewerbsbedingungen festgeschrieben, was viele der oben genannten Koryphäen von vornherein von einer Bewerbung um die neue Petersburger Arena abhalten könnte.
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2009 soll Zenit auf neuem Rasen spielen
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Wie wir bereits berichteten, soll das neue Stadion auf der Krestowski-Insel 50.000 Plätze haben und allen internationalen Anforderungen von UEFA und FIFA entsprechen. Mit dem Bau soll im zweiten Quartal 2007 begonnen werden; der erste Anpfiff für die lokalen Kicker von Zenit soll 2009 erfolgen. Der Name wird aller Voraussicht nach „Gazprom-Arena“ lauten.
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(-sb/.rufo)
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