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Lada-Autos sollen in Zukunft in Petersburg zwar nicht gebaut, aber versteuert werden (foto: ld/rufo)
Lada-Autos sollen in Zukunft in Petersburg zwar nicht gebaut, aber versteuert werden (foto: ld/rufo)
Donnerstag, 16.02.2006

Lada-Hersteller Avtovaz zieht nach Petersburg um

St. Petersburg. Der Avtovaz-Konzern will aus Togliatti nach St. Petersburg umziehen – allerdings nur auf dem Papier. Auf diese Weise soll die Korruption beim größten russischen Autohersteller eingedämmt werden.

Neben dem Neuansiedler Toyota und dem Ford-Konzern, der vor den Toren der Stadt ein Werk betreibt, wird St. Petersburg alsbald Heimstadt eines weiteren Autoherstellers: Avtovaz plant die Umregistrierung seines Geschäftes aus der rund um das Lada-Werk entstandenen Retortenstadt Togliatti an die Newa, erklärte gestern der Pressesprecher des Avtovaz-Generaldirektors Igor Jessipowski.

Petersburg als Kurort gegen Korruption


Auf diese Weise solle die rund um den Autokonzern blühende Korruption eingedämmt werden, erklärte der Sprecher. Konkret sollen durch diesen Schritt die „Steuerzahlungen des Werkes geordnet“ werden.

Von einer Verlagerung der Konzernzentrale ist allerdings nicht die Rede – und schon gar nicht der Produktionsanlagen.

Faktisch dürfte es sich aber um eine Umleitung wesentlicher Finanzströme des Autoherstellers handeln. Eine nicht unwesentliche Rolle bei der „Umzugsentscheidung“ dürfte der Umstand spielen, dass die staatliche Wneschtorgbank, die seit kurzem drei Aufsichtsratsposten bei Avtovaz inne hat, im Herbst 2005 ebenfalls ihren Hauptsitz von Moskau nach St. Petersburg verlegte.

Bleibt Togliatti ohne Ladas Steuern?


Wie der „Kommersant“ heute berichtet, zahlte Avtovaz im Jahre 2004 Steuern in Höhe von 16,1 Milliarden Rubel (ca. 480 Mio. Euro). 7 Milliarden davon flossen in das föderale Budget, 3,7 Milliarden an das Gebiet Samara und 2,4 Milliarden an die Stadt Togliatti.

Fraglich ist, wie und ob nach einer Umregistrierung die fiskalischen Interessen des faktischen Standorts gewahrt bleiben. Der Sprecher des Konzernchefs erklärte, dies würde sich auf die Einnahmen der Region nicht auswirken. Dem Zeitungsbericht zufolge haben externe Experten allerdings ihre Zweifel, wie andere Steuern als die Grund- und Besitzsteuer weiterhin in Togliatti bleiben können.

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• Lada setzt sich ehrgeizige Ziele – mit Staatsgeld (03.02.2006)
• Airline-Fusion: Pulkovo geht, Russland kommt (25.01.2006)
• Gazprom-Tochter zieht nach Petersburg (12.01.2006)
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Der Gouverneur des Gebietes Samara, Konstantin Titow, bezeichnete die Umzugspläne als „nicht unbedingt den sinnvollsten Ansatz zur Entwicklung der Autoindustrie“, zumal Avtovaz Pläne zum Bau einer neuen Autofabrik in seiner Region hege.

Großunternehmen wallfahren an die Newa


Setzt das Lada-Werk seine Umzugsabsichten um, handelt es sich dabei nur um ein weiteres Großunternehmen, dass seinen Firmensitz in letzter Zeit an die Newa verlagerte: Den Auftakt machte 2004 „Gaspromregiongas“, eine Gaspromtochter, die das regionale Verteilergeschäft des Monopolisten betreut. Weitere Unternehmen aus dem unter Staatskontrolle stehenden Teil des Öl- und Gasbusiness, der Pipeline-Betreiber „Transnefteprodukt“ und die Gasprom-eigene Sibur sind ebenfalls bereits offiziell in Petersburg beheimatet.

Auch die Wneschtorgbank hat ihr Hauptquartier aus Moskau bereits verlagert, im Laufe dieses Jahres soll auch die Staats-Reederei „Sowkomflot“ folgen. Noch verhandelt wird über eine Umregistrierung des nach dem Verkauf durch Roman Abramowitsch ebenfalls unter Kreml-Kontrolle stehenden Sibneft-Konzerns von Omsk nach St. Petersburg.

Aus der Privatwirtschaft verlegte vor kurzem die Airline Transaero ihre formelle Adresse aus dem Gebiet Orjol nach St. Petersburg.

Petesburgs Steuersäckel schwillt an


Auch wenn diese Verlagerungen oft nicht mit der Einrichtung zusätzlicher Arbeitsplätze verbunden sind, profitiert Wladimir Putins Heimatstadt durch die zusätzlichen Steuerzahlungen dieser Großunternehmen ganz beträchtlich.

Auch wenn die Stadtregierung von Valentina Matwijenko beteuert, dass die Ansiedlungswelle allein auf das bessere Investitionsklima und den angeblich korrekteren Geschäftssitten an der Newa zurückzuführen ist, steht dahinter wohl doch auch die „lange Hand des Kreml“: Putin hatte vor und während des 300-Jahr-Jubiläums Petersburgs 2003 nicht einmal zugesagt, sich für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt besonders einzusetzen.

(ld/.rufo)


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