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| Hinter dem alten Mariinski gähnt ein höchst umstrittenes Bauloch. (Foto: Deeg/.rufo) | |
Mittwoch, 25.03.2009
Mariinski-2: doppelt so teuer und Fragen ohne Ende
St. Petersburg. Die Fertigstellung der zweiten Bühne des Mariinski-Theaters wirft immer mehr Fragen auf. Der Rechnungshof schätzt die Kosten jetzt auf 535 Mio. Dollar; ein endgültiges Projekt gibt es immer noch nicht.
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18 Milliarden Rubel lautet die stolze Summe, auf die der russische Rechnungshof jetzt kommt – das ist ziemlich genau das Zweifache dessen, was 2007 veranschlagt worden war. Und das, obwohl die ursprünglich vorgesehene goldene Kuppel wegfällt und die Fassaden einfacher gestaltet werden sollen.
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Laut der Zeitung „Kommersant“ ist das Vorhaben der zweiten Bühne für das weltberühmte Petersburger Opern- und Balletttheater seit seiner „Geburt“ vor sieben Jahren gar um das Sechsfache teurer geworden. Dabei ist die weitere Finanzierung noch nicht einmal vom Staat abgesegnet – die Gelder für die kommenden zwei Jahre sind noch nicht bewilligt.
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Mariinka unter einem schlechten Stern
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Von den 18 Milliarden Rubeln sind bereits 7, 6 Milliarden ausgegeben worden, heißt es in einem bisher unveröffentlichten Bericht des Rechnungshofs, der dem „Kommersant“ zugespielt wurde.
In dieser Summe stecken die (aktuell abgeschlossenen) Tiefbauarbeiten, das Honorar für den (inzwischen verworfenen) Entwurf des französischen Architekten Dominique Perrault, der Abriss mehrerer Gebäude und die Vorbereitung der Baustelle am Krjukow-Kanal. Möglicherweise müssen sogar weitere Gebäude abgerissen werden – die Kosten dafür hat bisher niemand berechnet.
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Hinzu kommt die Tatsache, dass es bisher noch überhaupt keinen endgültigen Entwurf für die neue Bühne gibt. Das von Mariinski-Chef Valeri Gergijew favorisierte Projekt des kanadischen Büros Diamond & Schmitt Architects hat bisher niemand öffentlich gesehen, von einer offiziellen „Absegnung“ ganz zu schweigen.
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Ein Teich mit Enten als Alternative
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Diese ist wiederum nicht möglich ohne eine öffentliche Ausschreibung. Käme eine solche zur Ausführung, würden sich die Fristen in ungeahnten Fernen verlieren. Im Kulturministerium hofft man inzwischen auf eine „politische Lösung“ – ohne das gewichtige Wort von Präsident Dmitri Medwedew scheint das prestigeträchtige und teure Projekt schon fast verloren zu sein.
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In Petersburger Spezialistenkreisen kursieren schon ironisch gemeinte Alternativvorschläge, wie etwa folgender: Das Bauloch sollte mit Wasser gefüllt und dort Enten angesiedelt werden. Das ergäbe eine hervorragende Rekreationszone mitten im alten, von Grünanlagen nicht gerade verwöhnten Stadtteil Kolomna.
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