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| Dominique Perrault mit seinem Modell des neuen Mariinski-Theaters. Foto: Deeg/.rufo | |
Montag, 31.05.2004
Mariinski-II ist unterschriftsreif
St. Petersburg. Am Samstag unterzeichneten der französische Architekt Dominique Perrault und der Leiter der föderalen Kulturagentur Michail Schwydkoi den Staatsvertrag über den Bau der zweiten Bühne für das Mariinski-Theater. Seit Perraults Sieg im Wettbewerb um das Mariinski-II bis zum Vertragsabschluss verging fast genau ein Jahr. Unkenrufer wollten das grandiose Projekt schon begraben. Nun steht der großen Buddelei westlich des Krjukow-Kanals eigentlich nichts mehr im Wege.
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Der Vertrag sollte eigentlich bereits im Dezember unterschrieben werden. Der Architekt war dazu eigens nach Petersburg gereist, aber die Meinungsverschiedenheiten über Kosten und technische Details sowie die im Februar eingeleitete Umgestaltung im russischen Kulturministerium zögerten den Moment der Einigung immer wieder hinaus.
Dass es am Samstag endlich so weit war, liegt nach Meinung der Tageszeitung „Kommersant“ weniger am Petersburger Stadtgeburtstag, der just an diesem Wochenende gefeiert wurde, als an der Tatsache, dass am heutigen Montag im Ermitage-Theater die Verleihung des diesjährigen Pritzker-Preises an die Stararchitektin Zaha Hadid stattfindet.
Petersburg in seiner Eigenschaft als aktuelle Metropole der Weltarchitektur musste da einfach einen eigenen Akzent hinzusteuern. Und was würde hier besser passen als das Jawort zum ersten supermodernen Bauprojekt für die bisher so peinlich auf die Unberührtheit ihrer historischen Bebauung pochende Stadt?
Letzte Bedenken zu dem Entwurf sind allerdings immer noch nicht ausgeräumt. Gouverneurin Valentina Matwijenko ließ die Gelegenheit nicht aus, Perrault darauf hinzuweisen, dass sein Projekt noch nicht endgültig sei und die Stadt Verbesserungswünsche vorbringen werde. Anscheinend soll der Baumeister noch auf dem Flug nach Petersburg an Modifizierungen seiner Pläne gearbeitet haben.
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Michail Schwydkoi betonte bei dem Festakt im Mariinski-Theater, die obere Latte bei der Finanzierung der zweiten Bühne liege bei 200 Millionen Euro. Das Kultur- und das Finanzministerium würden sich aber sehr freuen, wenn sie billiger werde. Perrault versprach seinerseits, der gewachsenen Bebauung rund um das neue Theater mit Pietät zu begegnen. Matwijenkos Forderung, für Petersburg das „beste moderne Theater in Europa“ zu bauen, nahm er höflich lächelnd zur Kenntnis.
Der weitere Fahrplan für den Neubau sieht folgendermaßen aus: Ende 2005 soll der bis in alle Einzelheiten ausgearbeitete endgültige Entwurf vorliegen; bis Januar 2006 hat die Stadt den Bauplatz am Krjukow-Kanal freigeräumt; im Sommer 2006 werden die Auftragnehmer bestimmt; fertig soll das teure Stück zum 1. August 2008 sein. Wenn alles ideal läuft, kann das Mariinski-Theater die Saison 2008/2009 mit der Einweihung seines neuen Hauses einläuten. (sb/.rufo)
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