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| Die zweite Bühne des Mariinski-Theaters wird so nicht gebaut - wenn überhaupt ... (foto: archiv/rufo) | |
Dienstag, 07.10.2008
Mariinski-Theater legt Perraults Pläne ins Archiv
St. Petersburg. Der Bau einer zweiten Bühne für das Mariinski-Theater wird nicht nach den Ideen des Franzosen Dominique Perrault erfolgen, der 2003 den Architekturwettbewerb gewann. Die "Gold-Kuppel" ist gestorben.
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In Interviews mit der Zeitung „Kommersant“ erklärten sowohl der russische Kulturminister Alexander Abdejew wie auch Mariinski-Intendant Valeri Gergijew, dass der lange geplante Neubau nach neuen Plänen erfolgen wird. Das Markenzeichen des Perrault-Projekts, eine aus goldenen Stäben verwobene asymmetrische Haube über dem Bau, soll es nicht geben.
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Schon an den Plänen schieden sich die Geister Sie war in der Fachwelt hoch gelobt, wegen ihrer Höhe und Dominanz in St. Petersburg aber von Anfang an kritisiert worden. Perrault hatte daraufhin den Bau um zehn Meter abgesenkt, was aber weitaus größere unterirdische Gebäudeabschnitte nötig machte. Entsprechend schossen die Kosten für das Projekt in die Höhe – und die Konflikte zwischen dem französischen Architekturbüro und den russischen Auftraggebern wurden immer schärfer.
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Dem Bericht zufolge wurden schon über 4 Mrd. Rubel (112 Mio. Euro) der für den Bau ursprünglich vom Staat vorgesehenen 9.6 Mrd. Rubel ausgegeben. An Ort und Stelle am Krjukow-Kanal ist aber bisher nicht mehr als ein von den früher dort stehenden Gebäuden freigeräumter Bauplatz zu sehen. Dabei sollte das Theater urspünglich schon 2010 fertig sein.
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Gergijew will ein "Opernhaus light" bauen Laut Gergijew werde das Mariinski-Theater nun selbst alle notwendigen Korrekturen an dem Projekt vornehmen. Er werde schon in Kürze konkrete Schritte verkünden, sagte Gergijew. Offenbar hat man vor, die Planung komplett neu an ein anderes Architekturbüro zu vergeben. Es werde ein „leichteres“, aber ein gutes Theater gebaut.
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Perrault, 2003 strahlender Sieger des ersten vollwertigen internationalen Architekturwettbewerbes in Russland, war schon seit geraumer Zeit nicht mehr an dem Projekt beteiligt. Zuletzt lagen die Planungsarbeiten aber in der Hand ehemaliger russischer Perrault-Mitarbeiter, die versicherten, die Grundzüge des preisgekrönten Projekts trotz aller Vorbehalte und Anpassungen an Witterungsbedingungen, Bodenverhältnisse und russische Bauvorschriften beizubehalten.
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Projekt-Sterben: Der "Gazprom-Arena" geht auch die Luft aus Mit dem Mariinski-2 scheint damit innerhalb weniger Tage schon das zweite einer in hochkarätig besetzten Architekturwettbewerben ausgewählte Projekt einer Architektur-Größe geplatzt: Auch das von dem inzwischen verstorbenen japanischen Architekten Kisho Kurokawa geplante Nobel-Fußballstadion auf der Kreuzinsel wird so wohl nicht mehr verwirklicht – und soll eventuell durch ein zweckmäßige Spar-Variante ersetzt werden.
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Auch hier sind alle gesetzten Fristen schon längst verstrichen – und das Vorhaben über den Abriss des alten Stadions und eine gigantische Baugrube nicht hinausgekommen. Der Traum von Petersburg als neuem Pol für moderne und zugleich mondäne Architektur scheint ausgeträumt.
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Kippt auch noch "der Turm"? Und es würde nicht wundern, wenn als nächstes Projekt aus Kostengründen der umstrittene 400-Meter-Wolkenkratzer von und für Gazprom über die Klinge springt: Der Riesen-Konzern hat schließlich in der aktuellen Finanzkrise seit Mai fast zwei Drittel an Wert verloren – und jetzt weitaus dringendere Probleme.
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