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| Über die Zukunft des Marsfeldes wird in Petersburg viel diskutiert. Foto: fontanka.ru | |
Sonntag, 13.07.2008
Marsfeld: Vom Friedhof zum Vergnügungsplatz?
St. Petersburg. Die Diskussion um die Zukunft des Marsfeldes ist neu entbrannt: Erst sollte ein Parkplatz her, nun soll dort ein Vergnügungspark entstehen. In der Geschichte des Platzes hat es dies schon gegeben.
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Petersburg-Besucher kennen das Marsfeld als eine Grünfläche, in deren Mitte die Ewige Flamme brennt. Petersburgs Jugendliche klauen hier im Mai, wenn die Weißen Nächte beginnen, traditionell Flieder. Im Übrigen ist der Platz eine willkommene grüne Oase im Großstadtdschungel, bietet dem nebenan gelegenen Sommergarten beim Flanieren aber kaum Konkurrenz.
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Vor einem Jahr kam die Idee auf, unter dem Platz ein Parkhaus anzulegen, um die Innenstadt von den Automassen zu befreien. Nun tritt die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, das Denkmal für die Opfer der Revolution zu verlegen und dem Marsfeld seine ursprüngliche Funktion als Vergnügungsstätte zurückzugeben.
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Zarinnenwiese und Sahara
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Ganz falsch liegt Memorial nicht, denn das Petersburger Marsfeld war einst alles weniger als eine Begräbnisstätte. Wegen der dort veranstalteten Volksvergnügungen hieß der Platz schon im 18. Jahrhundert „Belustigungsfeld“, unter Katharina wurde er auch als „Zarinnenwiese“ bezeichnet.
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Wegen der bis 1914 hier abgehaltenen Militärparaden und Truppenschauen sagte der Volksmund zu dem Platz auch „Petersburger Sahara“ – wegen des vielen aufgewirbelten Staubs.
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Kein Friedhof mitten in der Stadt
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Die Gräber für ca. 170 Opfer der Februarrevolution tauchten auf dem Marsfeld erst 1917 auf. Die Gedenkstätte drum herum entstand bis 1919. Und 1957 wurde hier das erste Ewige Feuer entfacht, von dem später alle anderen Kriegsmahnmäler im Land ihre Ewigen Flammen bekamen.
Ein Friedhof ist vielleicht tatsächlich nicht die beste Verwendung für solch einen Platz in bester Innenstadtlage. es wurde so viel geredet um Sinn und Zweck der Schlittschuhbahn auf dem Schlossplatz - hier auf dem Marsfeld hätte sie vielleicht einen besseren Platz.
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Im Smolny ist man skeptisch
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Die Petersburger Stadtregierung wird auf den Vorschlag, das Mahnmal und die Gräber vom Platz zu entfernen, wahrscheinlich mit einem Nein reagieren. Alle in den letzten Jahren vorgelegten Veränderungsvorschläge für das Marsfeld scheiterten bisher an der Ablehnung der Führungsriege im Smolny.
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