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Krankenhaus statt Flughafen-Baustelle: 200 Arbeiter vergifteten sich mit Kantinenessen (Foto: fontanka.ru)
Krankenhaus statt Flughafen-Baustelle: 200 Arbeiter vergifteten sich mit Kantinenessen (Foto: fontanka.ru)
Dienstag, 27.08.2013

Massenvergiftung auf Flughafen-Baustelle in Pulkowo

St. Petersburg. Eine lange Kolonne von Krankenwagen fuhr gestern Abend vom Flughafen Pulkowo zu einem Petersburger Krankenhaus. Dies war jedoch nicht Folge eines Absturzes, sondern eines Abendessens: 300 Bauarbeiter hatten sich vergiftet.

Gegen 18 Uhr begann der Großeinsatz für Ärzte, Rettungsdienst und die Polizei: Auf der Baustelle des neuen Flughafenterminals – es soll bis zum Jahresende fertig werden – klagten die Bauarbeiter massenweise über Übelkeit. Kurz zuvor hatten sie in der Kantine ihr Abendessen eingenommen.

Drei Dutzend Krankenwagen mit den schwersten Fällen sowie vier Busse und zahlreiche Kleintransporter brachten etwa 200 Vergiftete in das Botkin-Krankenhaus am Moskauer Bahnhof. Dort befinden sich nach Angaben von fontanka.ru heute 13 besonders schwer betroffene Personen im Halbkoma, etwa 40 Kranke werden als mittelschwere Fälle bezeichnet. Fast alle Betroffenen sind Gastarbeiter aus Usbekistan und Tadschikistan.

Vergiftete Arbeiter lagen halbtot auf der Baustelle


Weniger schwer betroffene Arbeiter waren direkt auf der Baustelle behandelt worden, doch wird nicht ausgeschlossen, dass es noch neue Krankheitsfälle geben wird. Nach der Evakuierung der Baustelle fanden Polizisten bei einer Nachkontrolle sieben weitere Personen, die „dem Tode nahe“ gewesen seien.

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Es handelt sich um die größte Massenvergiftung in St. Petersburg seit mehreren Jahren. In den letzten beiden Jahren hatte es zweimal Vergiftungsfälle in den Kantinen der Autowerke von Hyundai und Toyota gegeben - allerdings mit nur maximal 50 Betroffenen.

Die Ärzte haben bereits festgestellt, dass es sich bei der jüngsten "Epidemie" um eine Bakterienvergiftung handelt. Der genaue Erreger wird in zwei bis drei Tagen feststehen, heißt es. Im Verdacht steht ein auf die Baustelle aus einer Großküche geliefertes Essen, das Hühnerfleisch enthielt.

Lieferant war ein Unternehmen namens „Sofia“, das im Auftrag des türkisch-italienischen Generalunternehmers der Großbaustelle IC-Astaldi, dort die Versorgung übernommen hatte.

Großküche versorgte nur Flughafen-Baustelle


Dazu hatte die im Raum Moskau angesiedelte Firma eines türkischen Unternehmers eigens auf dem Gelände der Wurstfabrik „Samson“ eine Petersburger Filiale eingerichtet. Auch dort wurde gestern eine Arbeitskraft mit Vergiftungssymptomen angetroffen.

Weitere Abnehmer in der Stadt soll „Sofia“ nicht gehabt haben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Auf der Flughafenbaustelle arbeiten bis zu 3.000 Personen gleichzeitig. Wie IC-Astaldi mitteilte, hatte es bisher nie Beschwerden über den Catering-Dienst auf der Baustelle gegeben.

Der Vertrag mit dem Unternehmen sei aber mit sofortiger Wirkung aufgekündigt worden, die Bauarbeiter hätten schon heute ihr Essen aus einer anderen Großküche erhalten.



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