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| foto:ntvru.com | |
Mittwoch, 23.10.2002
Nach Grossbrand Petersburger Stadtteil stromlos
St. Petersburg. Der Qualm war weithin sichtbar, und die Folgen spüren auch heute noch alle, die in den endlosen Verkehrsstaus rund um die Petersburger Wassili-Insel stecken bleiben oder in ihren Häusern zwischen Strelka und 17. Linie ohne Strom sitzen. Das am Dienstag Nachmittag wahrscheinlich in Folge von auslaufendem Maschinenöl ausgebrochene Feuer in der Stromverteilerstation auf der 13. Linie legte buchstäblich die halbe Insel lahm. Die Bewohner des Hauses Nr. 32, auf das die Flammen überschlugen, fordern inzwischen eine Entschädigung vom Strommonopolisten „Lenenergo“, dem die Unglücks-Station gehört.
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Nach Expertenmeinung liegt die Ursache für den Brand in der hoffnungslosen Überalterung der Verteilerstation, die immerhin 1926 in Betrieb genommen wurde. In letzter Zeit war es dort öfters zu Komplikationen gekommen, und allen Beteiligten war längst klar, dass die Station dringend überholt werden muss. Was nun, nachdem das Unglück passiert ist, allerdings schnellstens passieren wird, denn fünf von sechs Transformatoren sind ausgebrannt.
Insgesamt 164 Bewohner des neben der Verteilerstation gelegenen Hauses Nr. 32 mussten am Dienstag in einer Eilaktion evakuiert werden. Ein Teil von ihnen verbrachte die Nacht im Nobelhotel „Pribaltijskaja“ am Finnischen Meerbusen, der Rest kam bei Verwandten und Freunden unter.
„Lenergo“-Chef Andrej Lichatschow verspricht den Insulanern, bis zum Abend alle 340 Häuser, die noch ohne Strom sind, wieder ans Netz zu anzuschließen. Die Bewohner des in Mitleidenschaft gezogenen Hauses werden gegen „Lenenergo“ auf Schadenersatz klagen: Vier Wohnungen sind völlig ausgebrannt und müssen von Grund auf renoviert werden. Der angerichtete Schaden in anderen Wohnungen und auf dem Dachboden wird zurzeit festgestellt.
Verkehrsteilnehmer müssen sich auch am Mittwoch Abend auf weiträumige Staus einstellen, da eine ganze Reihe Ampeln nicht funktionieren. Die Verkehrspolizei hat zwei zusätzliche Verkehrsregler abgestellt. Die werden aber kaum mit dem allabendlichen Autoansturm fertig werden.
(sb/rUFO)
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