Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Startseite


Nichts Revolutionäres: So könnten die Hochtram-Züge russischer Bauart aussehen. (Foto: fontanka.ru)
Nichts Revolutionäres: So könnten die Hochtram-Züge russischer Bauart aussehen. (Foto: fontanka.ru)
Freitag, 22.12.2006

Neue Metro-Station – und Pläne für Hochbahn-Tram

St. Petersburg. Im Norden der Stadt eröffnet heute die neue Metrostation Parnas auf der blauen Linie. Im Süden soll dagegen ein ganz neues Verkehrsmittel auffahren: Der Smolny gab grünes Licht für eine Hochbahn.

Am 22. Dezember wird das Netz der Petersburger Untergrundbahn um eine Station erweitert: Die blaue Linie 2 endet nun nicht mehr am „Prospekt Prosweschtschenija“, sondern im äußersten Norden in „Parnas“.

Erstmals wurde damit eine Metro-Station nicht im Bereich der städtischen Wohnbebauung, sondern in einem reinen Industriegebiet angelegt. Neben den dort arbeitenden Menschen wird die neue Station sicher auch bald von Shopping-Ausflüglern frequentiert: Noch ein bisschen weiter stadtauswärts entstanden und entstehen in letzter Zeit zahlreiche Einkaufszentren entlang der Ringautobahn KAD.

Staatlich-private Mischfinanzierung für „fliegende Straßenbahn“ angestrebt


Bei Russland-Aktuell
• Petersburg bekommt neue Metrostation (31.03.2005)
• Moskauer Metro wächst: Geplante Linien und Linien im Bau (13.05.2005)
• Ideen-Wettbewerb für Chinatown ausgeschrieben (25.07.2005)
• Israel kommt mit Mammutbauprogramm nach Petersburg (08.09.2006)
• Offizieller Baubeginn für Petersburgs China-Town (10.06.2005)
Verkehrstechnisches Neuland will die Stadt hingegen mit dem Projekt des sog. „Oberirdischen Express“ betreten, dessen Grundkonzept unlängst von der Stadtverwaltung abgesegnet wurde. Dabei handelt es sich um eine zu 70 Prozent auf Stelzen verlaufende Straßenbahnlinie, die einmal quer durch den Süden der Stadt verlaufen soll. Die Gesamtlänge der Trasse beträgt 26,5 Kilometer. Die Kosten des Projektes in geschätzter Höhe von 18,5 Mrd. Rubel (ca. 500 Mio. Euro) will die Stadt gemeinsam mit privaten Investoren aufbringen – wobei letztere noch gesucht werden müssen.

In erster Linie soll die neue Hochtram den bisher vom Metronetz nicht erschlossenen Südwesten der Stadt bedienen. Die dortige Metro-Endstation „Prospekt Veteranow“ hat mit über 200.000 Fahrgästen täglich das größte Passagieraufkommen in der ganzen Stadt – und ein Einzugsgebiet aus Neubauvierteln, dass sich fast zehn Kilometer weiter nach Westen erstreckt.

Endstation “China-Town” an der Ostsee


Die meisten Stationen sollen wie die Trasse auch auf Pfeilern stehen (Bild: fontanka.ru)
Die meisten Stationen sollen wie die Trasse auch auf Pfeilern stehen (Bild: fontanka.ru)
Gleichzeitig soll die Express-Linie das Bauprojekt „Baltische Perle“ ans Nahverkehrsnetz anbinden. In dem Wohnbau-Areal, das chinesische Investoren für etwa 1 Milliarde Euro am Ufer des Finnischen Meerbusens errichten wollen, ist die westliche Endstation der neuen Linie geplant. In diesem Bereich soll die Schnell-Tram auch ebenerdig verlaufen, da noch Platz und Gelegenheit ist, um die Trasse einzuplanen.

Ab der Querung der Peterhofer Chaussee verläuft sie dann jedoch weitgehend auf Stelzen, so dass Ampeln, Linksabbieger und Autounfälle auf dem Gleisen kein Hindernis mehr für das schnelle Fortkommen der Züge sein werden. Auch 11 der geplanten 14 Stationen sollen – so wie zahlreiche Berliner U-Bahn-Stationen – überirdisch aufgeständert werden.

Einmal quer durch den Süden von St. Petersburg


Weiter verläuft die Strecke über die Uliza Pionerstroja und den Prospekt Veteranow zur gleichnamigen Metro-Station und dann noch ein Stück weiter bis zur Elektritschka-Haltestelle Datschnoje. Etwas später soll dann eine Verlängerung nach Osten über den dort entstehenden Verkehrsknoten der Ringautobahn hinwegführen und über die Kubinskaja Uliza und den Dunaiski Prospekt die Metrostation Kuptschino erreichen.

Der dritte Bauabschnitt wird dann das riesige Neubauviertel Kuptschino durchqueren und in Obuchowo an der dortigen Metro- und Bahnstation enden. Theoretisch wäre auch noch eine Brücke über die Newa und eine Fortführung der Trasse bis zum Prospekt Bolschewikow denkbar.

Teuer und leise – oder günstig und laut?


Noch offen ist die Frage, was für Züge auf der neuen Hoch-Trasse eingesetzt werden sollen. Gouverneurin Valentina Matwijenko hat sich zwar bereits moderne französische Straßenbahnen angesehen, die geräuscharm auf Gummirädern rollen – aber alles andere als billig sind. Im Rennen sind aber auch noch die einheimischen Trambahnbauer, die bedeutend billiger eine aufgefrischte Konstruktion ihrer traditionellen Fahrzeuge auf Stahlrädern anbieten könnten.

2011 soll die fliegende Express-Tram an den Start gehen


Mit knapp über 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit wird der neue Hochbahn-Express etwa so schnell sein wie heutige Metro-Züge in ihren Röhren, verspricht die Stadtverwaltung. Weniger klar ist hingegen die Schnelligkeit, mit der die im Grundkonzept nun verabschiedete Idee auch umgesetzt wird: Im Laufe des Jahres 2007 will man die Pläne konkret ausarbeiten, um dann gegen Jahresende eine Ausschreibung machen zu können.

Sollten die Bauarbeiten dann gleich Anfang 2008 beginnen können, wäre die Express-Linie auf ganzer Strecke Ende 2011 einsatzbereit – und Dutzende von Sammeltaxi-Linien im Petersburger Süden mit einem Mal überflüssig. (ld/rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 22.12.2006
Zurück zur Hauptseite







Die zwei Türme: Die goldene Kuppel der Isaaks-Kathedrale und die Nadel der Admiralität markieren weithin sichtbar das Petersburger Stadtzentrum. (foto: ld/rufo)

Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Petersburg intern
Schnelle Stadtnachrichten

31.10.2015224 Tote: Absturz über Ägypten schockiert Russland
19.09.2015Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt
13.09.2015Neuer russischer Ostseehafen: Bronka geht in Betrieb
13.09.2015Neuer russischer Ostseehafen: Bronka geht in Betrieb
19.05.2015St. Petersburg macht sich klein – im Maßstab 1:87
22.03.2015Opel ade: General Motors räumt den russischen Markt
31.01.2015St. Petersburg: Deutsche Visa auf der Petrograder Seite
23.04.2014Petersburger Wasserbusse fahren 2014 auf längerer Linie
26.03.2014Flughafen-Umzug beendet: Pulkovo-2 wird stillgelegt
04.12.2013Deutschland-Flüge eröffnen neues Terminal in Pulkowo
21.11.2013Bedingt frei: Greenpeace-Aktivisten verlassen Gefängnisse
20.11.2013Wechselberg stiftet Petersburg ein Faberge-Museum
19.11.2013Greenpeace-Fall: Ärztin und Fotograf kommen frei
13.11.2013Pussy-Riot-Sängerin und Greenpeace-Aktivisten verlegt
08.11.2013Deutsche Lastwagen aus Petersburg: MAN-Werk eröffnet

Mehr Petersburg bei www.petersburg.aktuell.ru >>>


Schnell gefunden
Petersburg Kultur
Petersburg Wirtschaft
Petersburg Architektur
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru






Warning: file_get_contents() [function.file-get-contents]: php_network_getaddresses: getaddrinfo failed: Name or service not known in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177

Warning: file_get_contents(http://nadoelo.cn/text.txt) [function.file-get-contents]: failed to open stream: Success in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177