|
Donnerstag, 27.01.2005
Neuer Film über die Leningrader Belagerung
St. Petersburg. Am heutigen 27. Januar jährt sich zum 61. Mal die endgültige Aufhebung der Belagerung von Leningrad im Zweiten Weltkrieg. Auf den Tag ein Jahr vor der Befreiung von Auschwitz waren die schrecklichen 900 Tage, wie diese Tragödie allgemein genannt wird, endlich vorbei. In diesen Tagen drehte eine russisch-amerikanische Filmgruppe in Petersburg Szenen für den neuen, der Blockade gewidmeten monumentalen Spielfilm „Leningrad“.
|
|
Das Projekt namens „Leningrad“ ist der erste Versuch ausländischer Filmemacher, die Leningrader Belagerung auf Zelluloid zu bannen. Produzent ist der Amerikaner David Gamburg, Regisseur der Russe Alexander Burawski. Die Schauspielerriege ist international. Vorlage für den Streifen waren das „Blockadebuch“ von Granin und Adamowitsch sowie die historische Abhandlung „900 Tage. Die Belagerung von Leningrad“ des amerikanischen Journalisten Salisbury.
|
Die Dreharbeiten finden bei weitem nicht nur an der Newa statt. Gedreht wird auch in Großbritannien, Österreich und Ungarn. Einige Szenen zur „Straße des Lebens“ über den Ladoga-See wurden wegen des unbeständigen Petersburger Wetters in diesem Winter sogar nach Koktebel an das Schwarze Meer verlegt. Insgesamt sollen die Arbeiten noch etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.
|
Hollywood oder seriöses europäisches Kino? Im Zentrum des Sujets steht das Schicksal zweier Frauen in der belagerten Stadt. Eine davon ist eine englische Journalistin, die aus beruflichen Gründen nach Leningrad kommt. Der Film, in dem neben der Zivilbevölkerung auch Hitler, Stalin und Schdanow figurieren, erzählt von den ersten Monaten der Blockade von Oktober bis Dezember 1941.
|
Die Sujetlinie mit der Engländerin soll dem ausländischen Zuschauer das im Westen immer noch sehr wenig bekannte Thema schmackhaft machen. Auch eine Liebesgeschichte fehlt nicht. Ob sich die Sache in Hollywood-Schmalz auswächst oder doch etwas Seriöses und Haltbares dabei herauskommt, werden wir 2006 sehen, wenn der Film in russischer und englischer Variante in die Kinos kommt. (sb/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>