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| Falschparker im Visier: Wen die Kamera zweimal filmt, bekommt einen Strafzettel frei Haus (Foto: simicon.ru) | |
Freitag, 11.11.2011
Parksünder werden gescannt: neue Strafzettel-Automatik
St. Petersburg. Die Petersburger Verkehrspolizei setzt auf High-Tech beim Kampf gegen Falschparker: Aus einem vorbeifahrenden Auto werden sie abgefilmt – den Rest soll dann ein Strafen-Versandprogramm erledigen.
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An die in Russland noch ziemlich neuen automatischen Tempoüberwachungskameras gewöhnen sich die Autofahrer gerade erst. Auf den Ringautobahnen um Moskau und St. Petersburg wird damit schon fleißig geblitzt. Nun droht neues Ungemach für die sich gerne – solange die Polizei wegsieht - anarchisch verhaltenden Automobilisten:
Bußgeldbescheid unterm Scheibenwischer - der reinste Anachronismus Ein unscheinbarer weißer Ford Focus verspricht in St. Petersburg ab nächstes Jahr zum Quälgeist all jener Autofahrer zu werden, die sich beim Abstellen ihrer Fahrzeuge nicht weiter darum scheren, ob sie im Parkverbot – oder gar in zweiter Reihe – stehen.
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Auf dem Armaturenbrett des zivilen Polizeiautos befindet sich eine dreiäugige Kamera namens „Parkon“: Im Vorbeifahren filmt sie die abgestellten Autos am Straßenrand, ein zweites Objektiv zoomt dabei die Nummernschilder heran – und das dritte Auge ist ein Leuchtdiodenstrahler, der auch bei Dunkelheit dem Apparat eine Reichweite von 20 Metern beschert.
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Computer destilliert Strafzettel aus dem Video Nach Dienstschluss muss die Parksünderstreife dann nur die 32-GB-Speicherkarte (genug für zehn Stunden Einsatz) in einen Auswertungscomputer stecken. In anderthalb Stunden liest das System die Nummernschilder aus, gleicht die per Satellitennavigation ermittelten Ortsdaten mit einem Verzeichnis der Parkverbotszonen ab, speichert die Bilder auf einem Server – und schickt den ertappten Autohaltern einen Strafzettel per Post zu.
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Eine „Parkon“-Kamera des ortsansässigen Herstellers Simicon gibt es schon in Petersburg. Die notwendige Computerhard- und software soll nun zum Preis von ca. 80.000 Euro bis Jahresende auch noch angekauft werden, berichtet fontanka.ru. Angeblich haben schon zehn russische Regionen die Parksünder-Scanner angeschafft.
Automatische Kameras sind unbestechlich Damit kommt zu den stationären Blitz-Kameras und den angeblich vor der Einführung stehenden „Alkohol-Radars“ (die Alkoholdämpfe im Innern vorbeifahrender Autos erkennen können) in Russland nun noch eine dritte Variante der automatischen Verkehrsüberwachung – ohne jede Chance, sich auf traditionelle Art per Schmiergeld mit den Verkehrspolizisten auf eine für beide Seiten angenehme Art zu einigen.
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Die Ausrede, die mobile Kamera hätte dabei ein fahrendes oder nur kurzfristig am Straßenrand haltendes Auto registriert, soll bei dem System übrigens auf einfache Weise ausgeschlossen werden: Die Fahrzeugbesatzung wird jeden Straßenabschnitt nach fünf Minuten einfach ein zweites Mal befahren. Bußgeldbescheide erhalten nur jene Autohalter, deren Fahrzeuge beide Male dem automatischen Auge des Gesetzes auffielen.
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Autofahrer hoffen auf Disziplin - und mehr Parkplätze In Diskussionsforen geben sich Petersburgs Autofahrer nicht gerade begeistert von der Neuerung: Falschparken sei schließlich kein böswilliger Verstoß, da es in der Stadt drastisch an Parkplätzen fehlt, so die vorherrschende Meinung. Andere Autofahrer begrüßen die Maßnahme, da sie die vielen behindernd geparkten Autos rücksichtsloser Parksünder schon lange satt hätten.
Für Unruhe sorgt auch die Frage, ob die Parkon-Augen nur an echten Problembereichen zum Einsatz kommen sollen - oder auch an gewöhnlichen Straßenrändern. Denn als Reaktion auf die Probleme mit der Schneeräumung in den letzten beiden Wintern hat die Stadtverwaltung faktisch überall tausende Parkverbotsschilder aufgestellt, die an geraden bzw. ungeraden Tagen das Parken auf jeweils einer Straßenseite verbieten – und das zu jeder Jahreszeit.
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Bisher wurden diese Verbote kollektiv missachtet – von der Verkehrspolizei wie auch den Autofahrern.
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In der Tat war es eine absurde Idee der inzwischen abgelösten Matwijenko-Stadtregierung, faktisch die Hälfte aller Parkplätze in der Stadt permanent für gesperrt zu erklären – wovon bisher außer den Schilderproduzenten niemand etwas hatte.
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