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| Valentina Matwijenkos Politik veranlasst manche Bürger zu sarkastischen Kommentaren. (Foto: Fontanka.ru) | |
Mittwoch, 27.01.2010
Petersburg bekommt Toleranzpreis – die Bürger lachen!
St. Petersburg/Paris. Petersburgs Gouverneurin Valentina Matwijenko hat in Paris das Ehrendiplom der UNESCO für Achtung und Toleranz entgegen genommen. Im Internet erscheinen dazu böse Kommentare.
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Die Stadt St. Petersburg bekommt den 1995 gestifteten UNESCO-Madanjeet Singh-Toleranzpreis für ihre Bemühungen um „gegenseitige Achtung und Toleranz in einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft“ und für „die Vorbeugung und Beseitigung aller Formen von Diskriminierung“, heißt es in der Laudatio.
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Der Preis wurde von UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa überreicht. Valentina Matwijenko kommentiert voller Stolz: „Diese hohe Wertschätzung unserer Anstrengungen bei der Vorbeugung von Fremdenfeindlichkeit und Extremismus durch die Weltgemeinschaft ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Ansporn für die weitere Arbeit.“
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Geheime Hauptstadt des Rechtsextremismus Solch eine hohe Ehre ruft mindestens Verwunderung hervor. Seit Jahren hat Petersburg den unschönen Ruf, eines der größten Sammelbecken für gewalttätige Rechtsradikale zu sein. Auf der unehrenhaften Liste ist eine ganze Reihe von rassistisch motivierten Morden an Ausländern zu finden.
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Kein Wunder also, dass die Kommentare zu der Meldung im Internet sehr bissige Kommentare hervorrufen. Da schreibt zum Beispiel ein Leser auf Fontanka.ru: „Die geheime Hauptstadt des russischen Faschismus bekommt eine Prämie für Toleranz – die Franzosen scherzen…“
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Ein anderer User bekräftigt die These von der faschistischen Hochburg, wenn er schreibt, dadurch würden noch mehr ungeliebte Ausländer in die eh schon von „Schwarzen“ überflutete Stadt kommen. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass sehr viele Bürger Petersburgs unausgegorenes rassistisches Gedankengut pflegen.
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Smolny regiert mit Gewalt Eine andre Facette spricht eine Leserin namens Julia an: „Die Machthaber schicken bewaffnete Kräfte und lassen friedliche Demonstranten zusammenschlagen, die für ihre Rechte einstehen. (…) In Petersburg werden Bürger, wie überall in Russland, geschlagen, in Gefängnisse geworfen und getötet. Eine Schande für die UNESCO…“
Matwijenkos Doppelzüngigkeit Und schließlich – wenn es um die UNESCO geht, ist auch der skandalöse Gazprom-Wolkenkratzer nicht weit. „Ach, diese Matwijenko!“, lautet ein Kommentar, „mit einer Hand streicht sie unsere Stadt aus dem Weltkulturerbe der UNESCO und mit der anderen nimmt sie einen Wisch für Toleranz entgegen!“
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Apropos Wolkenkratzer: In einer anderen Meldung heißt es, im Gespräch mit der UNESCO-Generaldirektorin nach der Preisverleihung habe Matwijenko über die Anpassung der Auflagen für das Kulturerbe gesprochen, das geplante 400 Meter hohe Bauwerk aber nicht erwähnt.
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Matwijenkos Argument: Bei der Kulturerbeliste ginge es um das Stadtzentrum, und die Ochta-City läge außerhalb. Ob sie das nicht zu naiv sieht? Immerhin hat die UNESCO schon mehrfach gedroht – sollte der Wolkenkratzer gebaut werden, könnte Petersburg seinen Weltkultur- erbestatus einbüßen.
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