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Montag, 27.05.2002
Petersburg bleibt ohne Geburtstags-Denkmal
St. Petersburg (rUFO/sb) Bei den vielen Veranstaltungen anläßlich des 299. Petersburger Stadt-Geburtstages fiel gar nicht auf, was fehlte: die versprochene Grundsteinlegung zum 300-Jahr-Denkmal an der Mytninskaja-Uferstraße. Doch die zweite Runde des ausgeschriebenen Wettbewerbes wurde sang- und klanglos zu den Akten gelegt. Die Petersburger Künstler waren nicht in der Lage, dem Jubilar eine akzeptable Geburtstagsgabe zu gestalten.
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Wie aktuell.RU im März dieses Jahres berichtete, hatten 26 diplomierte Künstler ihre Arbeiten eingereicht. Von Originalität war allerdings keine Spur – nur Engel in unterschiedlicher Konsistenz und Anordnung, ein paar Säulchen, Sphinxen, eine Pyramide. Das Ergebnis war derart schlecht, dass sich die enttäuschte Jury entschloss, fünf der „am wenigsten katastrophalen“ Projekte in die zweite Runde zu hieven. Die Gewinner erhielten jeweils 5000 Rubel und zwei Monate Zeit, ihren Werken Schliff und Tiefe zu verleihen.
Letzteres ist ihnen offensichtlich nicht gelungen – laut der „Iswestija“ schlugen Petersburgs Hauptarchitekt Oleg Chartschenko und der städtische Kunst-Beauftragte Iwan Uralow den Organisatoren des Wettbewerbs vor, angesichts der offensichtlichen Schwäche der Entwürfe „die Sache nicht zur Farce zu machen“ und die ganze Ausschreibung abzublasen. Dem wurde widerstandslos stattgegeben. Der Trost der Peinlichkeit: Im Gegensatz zu Moskau verfügt Petersburg offenbar noch über einen funktionierenden Schutzmechanismus vor Geschmacklosigkeiten im öffentlichen Raum. Das ist ja auch schon was wert.
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