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Russlands Kriegsflotte wird nun aus St. Petersburg kommandiert - zumindest formell (Foto: fontanka.ru)
Russlands Kriegsflotte wird nun aus St. Petersburg kommandiert - zumindest formell (Foto: fontanka.ru)
Mittwoch, 31.10.2012

Petersburg ist wieder Russlands Marine-Hauptquartier

St. Petersburg. Nach fünf Jahren ist der Umzug des Oberkommandos der russischen Flotte von Moskau an die Newa offiziell abgeschlossen worden. Allerdings sind in der Zwischenzeit die Aufgaben der Admiralität geschrumpft.

Mit dem Hissen der Andreasflagge auf dem Westflügel der Admiralität und einem feierlichen Appell auf dem Senatsplatz wurde heute das neue Flottenhauptquartier in dem dafür schon zu Zarenzeiten dienenden Bau formell in Betrieb genommen. Faktisch residiert der Flottenoberkommandierende, Admiral Viktor Tschirkow, aber bereits seit Sommer in dem generalsanierten historischen Gebäudekomplex im Herzen Petersburgs.

Bei Russland-Aktuell
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• Geschichte Russland: Flotte aus der Taufe gehoben (30.10.2012)
Am Senatsplatz direkt gegenüber befindet sich das russische Verfassungsgericht - was als bisher erste und einzige zentrale Institution aus der Hauptstadt Moskau nach St. Petersburg verlegt worden war.

Ein teurer Umzug


26 bis 50 Mrd. Rubel (0,65 bis 1,25 Mrd. Euro) soll der Umzug gekostet haben, so die wenig präzisen Kostenschätzungen in der russischen Presse. Dafür wurde nicht nur die zuvor schon von der Flotte genutzte Admiralität hergerichtet, sondern auch standesgemäße Villen und Wohnungen für die ca. 1.000 Offiziere angekauft.


Außerdem, betont die Flotte, mussten in Petersburg die notwendigen technischen Voraussetzungen und Kommunikationskanäle für den Stab geschaffen werden, die bisher im Moskauer Marinehauptquartier zusammenliefen. Alles liefe reibungslos und nur drei hochrangige Militärs hätten sich aus familiären Gründen der Versetzung nach St. Petersburg verweigert, heißt es stolz.

Kleine Lösung: Flottenoberkommando ohne Befehlsgewalt über Schiffe


Allerdings fiel der oft angezweifelte und inoffiziell zwischenzeitlich auch wieder abgesagte Umzug mit einer Reorganisation der russischen Streitkräfte zusammen. Sie führte dazu, dass nun zum einen aus der Petersburger Admiralität gar keine Kriegsschiffe mehr befehligt werden – und zum anderen, dass nur 20 Prozent des Personals des einstigen Moskauer Marineoberkommandos umziehen mussten.

Bei Russland-Aktuell
• Petersburg: Metro-Station Admiraltejskaja öffnet heute (28.12.2011)
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• Stapellauf des neuen Marinemuseums am Krjukow-Kanal (03.06.2010)
• Flottenhauptquartier soll nach Petersburg umziehen (31.10.2007)
• Russland schickt zwei Kriegsschiffe nach Syrien (18.06.2012)
Wie die Internet-Zeitung Fontanka.ru schreibt, unterstehen die Schiffe der vier russischen Flotten (Nordmeerflotte, Baltische Flotte, Schwarmeerflotte und Pazifische Flotte) nämlich inzwischen den aus den einst sechs Wehrkreisen neu gebildeten regionalen Kommando-Strukturen Nord, West, Süd und Ost für alle Waffengattungen.

Zuständigkeit: Ausbildung, Forschung und Beschaffung


Der Petersburger Marineführung bleiben deshalb vorrangig nur unterstützende Funktionen: Einerseits ist sie für den riesigen Ausbildungs- und Forschungsapparat der Marine zuständig, der zwischenzeitlich formell unter dem Dach eines „Militärischen Lehr- und Forschungszentrums“ zusammengefasst wurde.

Andererseits koordiniert die Petersburger Admiralität auch die Beschaffungspolitik der Flotte und die Zusammenarbeit mit Werften und Zulieferern. Und in diesen beiden Punkten macht die Stationierung des Oberkommandos in St. Petersburg auch Sinn, denn in und um die Stadt gibt es diese Institutionen und Unternehmen wie Sand am Meer.

Marine kämpft im Papierkrieg nun auf verlorenem Posten


Wie die „Iswestija“ berichtete, sind die neuen Kommunikationskanäle der Flotte aber keineswegs perfekt – und schon gar nicht auf die alltägliche Militär- und Verwaltungsbürokratie eingerichtet: Tagtäglich würden nun Kapitäne als Kuriere mit mehr oder weniger wichtigen (und gelegentlich auch geheimen) Papieren zwischen Petersburg und Moskau per Bahn hin- und herfahren – oft nur wegen einer Unterschrift. Nur dies würde die Zustellung innerhalb eines Tages gewährleisten.

Der Stabschef der Flotte und auch Admiral Tschirkow würde gelegentlich „wochenlang in Moskau hängen bleiben“, wenn wieder einmal eine Besprechung beim Generalstab oder im Verteidigungsministerium die andere jagt.

In der Flotte würden deshalb die Sapsan-Schnellzüge der Russischen Bahn schon „Admirals-Züge“ genannt, heißt es in dem Bericht.



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