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| Der Streit um die Rekonstruktion der Insel Neu-Holland ist erneut entbrannt. (Foto: eva/.rufo) | |
Dienstag, 10.02.2009
Petersburg: Jetzt auch Neu-Holland vor dem Aus?
St. Petersburg. Der Petersburger Beauftragte für Menschenrechte mischt sich in architektonische Belange ein. Wenn es nach ihm und seinen Mitstreitern gehen soll, fällt nun auch Norman Fosters Entwurf für Neu-Holland.
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Petersburg hat in letzter Zeit eigentlich nur Ärger mit seinen spektakulären Neubauten. Ein Prestigeobjekt nach dem platzt: Perraults Mariinski-2, Kurokawas Zenit-Stadion; der Wolkenkratzer von Gazprom steht auf sehr wackligen Füßen…
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Jetzt ist Fosters Neu-Holland an der Reihe – meint jedenfalls ein Teil der architekturbewegten Öffentlichkeit. Bisher wurde an diesem Projekt für einen Festival-Palast und eine Geschäfts- wie Erholungszone nur der langsame Fortgang der Arbeiten kritisiert.
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Keine Neubauten auf der Insel
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Der Entwurf des britischen Stararchitekten sieht u. a. einen Palast für Festivals und Kongresse vor. Dies widerspräche aber dem neuen Denkmalschutzreglement, laut dem nur die „Regenerierung des historischen Milieus“, aber keine Neubauten erlaubt sind, so die Gegner des Projekts.
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Auch werde das Höhenreglement von 28 Metern nicht eingehalten. Fosters Pläne reichen 37 Meter hoch, was bedeutet, dass „die Kuppel des Festival-Palastes von den Sphinxen an der Akademie der Künste zu sehen sein wird“, also das Stadtbild verschandelt wird.
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Konkurrenzkampf von Bauunternehmen
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An dieser Diskussion erstaunt weniger der Gegenstand (die moderne Architektur wird in Petersburg seit Jahren sehr kontrovers diskutiert) als die Plattform, auf der sie ausgeführt wird. Zu Recht kommt die Frage auf: Warum mischt sich Igor Michailow als Beauftragter für Menschenrechte in solche Diskussionen ein?
Und: Warum kommt die Diskussion zu einem Zeitpunkt, an dem auf Neu-Holland bereits Gebäude abgerissen wurden, die nun im Nachhinein als „Architekturdenkmäler“ bezeichnet werden? Fosters Entwurf wurde bereits vor drei Jahren abgesegnet – wo waren die Gegner des Projekts die ganze Zeit?
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Juri Wdowin, ein bekannter Menschenrechtler, sieht hinter Michailows Initiative den Versuch konkurrierender Baufirmen, Fosters Vorlage zu kippen, um selbst an das prestigeträchtige Vorhaben zu gelangen. „Michailow sollte sich mit seinen Angelegenheiten befassen und sich nicht in die Auseinandersetzungen von Baugruppierungen einmischen“, so Wdowin.
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Foster soll weg
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Die „bewegte Öffentlichkeit“ hat nach der kontrovers geführten Debatte beim Beirat des Menschenrechtsbeauftragten einen Brief an Gouverneurin Matwijenko verfasst. Dort wird inständig darum gebeten, die „angeführten Verletzungen mit allen Mitteln zu verhindern“.
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Was nichts anderes heißen soll: Foster soll die Rekon- struktion von Neu-Holland aus der Hand genommen werden. Drei Jahre nach Auftrags- vergabe einen Rückzieher zu machen, wäre nicht gerade solide. Obwohl – Petersburg hat in der Vergangenheit ja bereits bewiesen, wie rüde es mit bereits vergebenen Bauvorhaben umgehen kann – siehe Perraults Mariinski-2, Kurokawas Zenit-Stadion…
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