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Matwijenko macht aus dem Zenit-Raumschiff eine Gazprom-Arena. (Foto: Archiv)
Matwijenko macht aus dem Zenit-Raumschiff eine Gazprom-Arena. (Foto: Archiv)
Freitag, 18.12.2009

Petersburg: Neues Stadion wird Gazprom-Arena heißen

St. Petersburg. Das war zu erwarten gewesen: Das neue Stadion für Zenit auf der Krestowski-Insel bekommt den Namen Gazprom-Arena. Die aktiven Fans des Petersburger Clubs haben das kommen sehen und sind unzufrieden.

Im Juli hatte das Sportkomitee von St. Petersburg die Bürger aufgerufen, Vorschläge für den Namen des neuen Stadions zu machen. Es gingen „tausende“ Anrufe, SMS und Briefe ein, zog Komiteevorsitzender Wjatscheslaw Tschasow gestern Bilanz.

Und die meisten davon sprachen sich für „Gazprom-Arena“ aus, sagt jedenfalls Herr Tschasow. Ohne genaue Zahlen anzuführen, ist er überzeugt, dies sei „der beste Name“ und entspräche außerdem der Tendenz im Westen, Stadien nach dem Hauptsponsor des jeweiligen Vereins zu benennen.

Für die Gazprom-Arena spricht sich auch der bekannte Petersburger Sportjournalist Gennadi Orlow aus. Gegenüber der Zeitung Kommersant sagte er, der Name sei nur allzu logisch: „Der Name kann eine Art Garantie dafür sein, dass Gazprom weiter Zenit unterstützen und in den russischen Fußball investieren wird.“

Fligende Holländer und Heilige


Die Petersburger ließen ihrer Phantasie derweil freien Lauf und reichten solche Bezeichnungen wie „Petersburg-Arena“, „Petrograd-Arena“, „Zenit-Orbit“, „Fliegender Holländer“, „Krestowski“, „Kirow-Stadion“ und sogar „Stadion der Heiligen Valentina“ ein.

Der Fliegende Holländer ist sicher eine Reminiszenz an den an ein Raumschiff erinnernden Entwurf des japanischen Architekten; Kirow-Stadion hieß die Arena, an deren Stelle das neue Stadion errichtet wird; und die Heilige Valentina ist eine (ironische?) Anspielung auf den Vornamen der Petersburger Gouverneurin Matwijenko.

Bei Russland-Aktuell
• Petersburg verkauft Anteile an Ochta-Center unter Preis (23.09.2009)
• SPB: Neue Brücke führt auf die Krestowski-Insel (29.05.2009)
• Finanzierung des neuen Zenit-Stadions noch unklar (06.10.2008)
• Neues Stadion: Zenit bekommt ein „Raumschiff“ (24.08.2006)

Das letzte Wort haben Miller und Matwijenko


Trotz der demokratisch erscheinenden Prozedur der Namensgebung werden viele Bürger allerdings den Verdacht nicht los, die Sache sei eh von vornherein beschlossen gewesen. So waren Wortführer in der Auswahlkommission die Gouverneurin und Gazprom-Chef Alexej Miller.

Wer sonst noch diesem Organ angehörte, blieb der Öffentlichkeit vollends ein Rätsel. Und die Entscheidung lag im Endeffekt bei Valentina Matwijenko. Und die musste natürlich dem omnipotenten Gaskonzern den Zuschlag erteilen – ist der doch seit Jahren der größte Steuerzahler der Stadt.

Potemkinsche Dörfer?


War die Aufforderung an die Bevölkerung, sich an der Namensfindung zu beteiligen, also nur eine Potjomkinsche Fassade, hinter der eh alles von vornherein abgesprochen und entschieden war?

Diese Ansicht überwiegt unter den aktiven Zenit-Fans. „Wie immer, läuft alles hinter unserem Rücken ab“, schrieb einer davon in einem Internet-Forum. Valeri Iljunin, in Fankreisen bekannt als Sabonis, drückt es um einiges härter aus:

„Meine Meinung und die Meinung der Fans hat sich die Clubleitung eh in den A… gesteckt, die interessiert das überhaupt nicht.“ Es läuft nicht gut zwischen Zenit und seinen Anhängern, und nach dem Konflikt um den Rückkauf des Spielers Wladimir Bystrow im Sommer gießt jetzt der Stadionname weiteres Öl in dieses Feuer.



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jaja 21.12.2009 - 17:11

wundert\'s???

Mit Verlaub, es mag sein, dass ich es aus der Distanz nicht richtig nachvollziehen kann. Aber mir drängt sich alleine die Frage auf, wann hat jemals ein Sponsor vor finanziellen Entscheidungen einen Aussenstehenden gefragt? Sicherlich, es klebt Herzblut daran! Aber alleine der Gedanke, dass ein milliardenschwerer Weltkonzern den Konsumenten fragt, wen er einstellen darf und wie er sein Bauvorhaben nennen sollte, dünkt mir ein klein wenig naiv.


Nikola 18.12.2009 - 23:17

Aussichtslos!

Wir hatten wirklich keine Chance, irgendwas zu bewegen. Weder bei Bystrow noch jetzt beim Namen für das Stadion. Der japanische Architekt ist gestorben über die ganze Auseinandersetzung um den Entwurf. Und Gazprom zieht seine Linie durch. Nicht nur auf der Krestowski-Insel, sondern auch bei dem Wolkenkratzer Ochta-City jenseits der Newa gegenüber dem Smolny. Omnipotenz überall. Gazprom hat Petersburg gekauft, und wir können hier alle nur meckern und hilflos mit den Flügeln schlagen.


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