Mittwoch, 20.03.2013

Petersburger Metro macht Nachtschicht in der Hochsaison

Die Petersburger Metro fährt zu den Weißen Nächten zwei Stunden länger. (Foto: Deeg/.rufo)
St. Petersburg. Nachtschwärmer dürfen sich freuen: Die Metro zwischen den Stationen „Newski Prospekt“ und „Gorkowskaja“ fährt ab Mitte Mai bis drei Uhr früh. Die Wartezeiten an den hochgeklappten Brücken werden damit kürzer.
Das ist ein weiterer kleiner Schritt nach vorn für Liebhaber des Petersburger Nachtlebens. Seit letztem Jahr gibt es an den Wochenenden einen Nachtbus-Service entlang der Metrolinien, jetzt soll die U-Bahn selbst Überstunden machen.

Meistfrequentierte Route


Die Wahl der beiden Stationen hat Logik, denn sie verbinden das linke und rechte Newa-Ufer im Stadtzentrum, wo in der Zeit der Weißen Nächte der meiste Trubel herrscht. Statt an den hochgezogenen Brücken warten oder eine lange Autofahrt über die Hängebrücke unternehmen zu müssen, wird man mit einer kurzen Metrofahrt ans andere Ufer befördert werden, wo wiederum der Nachtbusanschluss zur Verfügung stehen wird.

Noch ist nicht klar, in welchen Intervallen die Züge zwischen den beiden Stationen kursieren werden. Im Smolny erfuhr das Internetportal Fontanka.ru, dass dort über „einmal oder mehrmals pro Stunde“ nachgedacht wird. Zum Einsatz wird ein einziger Zug kommen, der von einer Station zur anderen pendeln wird.

Wassili-Insel bleibt zunächst in ihrer Isolation


Die interessierte Öffentlichkeit möchte natürlich gleich mehr und verweist auf die dringende Notwendigkeit, eine solche Anbindung auf die Wassili-Insel zu schaffen. Die verbleibt während der Schifffahrtssaison von April bis November nämlich in völliger Verkehrsisolation.

Dementsprechend wäre der Metro-Nachtdienst zwischen den Stationen „Gostiny Dwor“ und „Wassileostrowskaja“ vonnöten. Womöglich kommt der als nächstes, sollte das jetzige Experiment von Erfolg gekrönt sein. Weitere nächtliche Kurzstrecken zur Newa-Passage könnten außerdem „Ploschtschad Lenina“ und „Tschernyschewskaja“ sowie „Admiraltejskaja“ und „Sportiwnaja“ sein.

Startschuss verzögert sich wegen Schlossbrücken-Reparatur


Nach den Plänen der Stadtregierung sollte der verlängerte Nachtdienst der Metro Ende April starten, wenn der Schiffsverkehr auf der Newa wieder aufgenommen wird. In diesem Jahr wird aber wohl erst Mitte Mai geschehen.

Grund sind die sich seit Monaten hinziehenden Sanierungsarbeiten an der Schlossbrücke. Die Instandsetzung der Hebemechanismen kann erst Mitte Mai abgeschlossen werden, lässt die Bauleitung verlauten.

Im letzten Jahr war darüber diskutiert worden, die Betriebszeiten der Petersburger Metro generell um eine Stunde zu verlängern. Aus Kostengründen wurden diese Pläne aber (vorläufig?) wieder fallen gelassen.